Jede Minute zählt. Pünktlich hole ich Dirk Kaftan, Generalmusikdirektor am Theater Bonn und Dirigent des Beethoven Orchesters Bonn, am Bühneneingang der Oper ab. Strammen Schrittes überqueren wir die Straße und lassen uns im Restaurant nieder. Früher das Opéra, heute die Bühne. Passt!
Frohe Weihnachten
Die Nacht vor dem heiligen Abend
Die Nacht vor dem heiligen Abend,
da liegen die Kinder im Traum.
Sie träumen von schönen Sachen
und von dem Weihnachtsbaum.
(…)
Robert Reinick
1805-1852
Die Eroica im Spiegel
Da reflektieren zwei exponierte Personen aus Musik, Ästhetik und Philosophie die Sinfonie Nr. 3, Es-Dur, op. 55, Sinfonia Eroica von Ludwig van Beethoven. Peter Sloterdijk, der wohl bekannteste und gleichzeitig umstrittenste deutschsprachige Philosoph der Gegenwart, und Dirk Kaftan, seit einigen Monaten Generalmusikdirektor in Bonn und Dirigent des Beethovenorchesters, präsentieren die zweite Ausgabe von „Im Spiegel“ in der Oper Bonn.
Mit Mozart und Schostakowitsch in die Oper
Weihnachten ohne Jauchzet, frohlocket? Möglich, aber sinnlos, würde Loriot konstatieren. Also vergesst „Last Christmas“ und stimmt euch mit „the real thing“ auf Weihnachten ein. Dann macht das Fest auch wieder Freude!
Jauchzet, frohlocket
Ein singender Advent stand zwei Wochen vor Heiligabend in der Oper Bonn am späten Vormittag auf dem Programm. Der Clou dabei: Groß und Klein im Publikum waren zum Mitsingen aufgerufen. Das hätte noch ein bisschen kräftiger ausfallen könne, aber wir üben noch.
Gruselige Geisterritter und ein glückliches Ende
Es wuselt im Foyer der Oper Bonn. Mehr als die Hälfte der Premierengäste zu der Familienoper „Geisterritter“ nach dem Roman von Cornelia Funke war so zwischen sechs und sechszehn. Viele begleitet von den Eltern oder den Großeltern, dazwischen vereinzelt Opernfreunde, die einfach Lust auf diese Weltpremiere und Uraufführung verspürten. Der Komponist James Reynolds war sichtlich angespannt, als er durch’s Treppenhaus huschte. Ob das Werk funktioniert?
Kaftan – mehr als ein Kleidungsstück
Seit Beginn der Spielzeit 2017/18 hat Bonn einen neuen GMD (Generalmusikdirektor) an Bord. Dirk Kaftan machte sich in der Oper mit der furiosen Musik von Penthesilea (Othmar Schoeck) vom Auftakt an – also im wahrsten Sinne des Wortes – einen Namen. Und ihr, liebe und hochverehrte Leserschaft (haben wir uns eigentlich schon mal über das Duzen oder Siezen geeinigt?) wisst ja bereits, dass ich eine Vorliebe für das sprichwörtliche „nomen est omen“ habe und für mich Namen eben keineswegs „Schall und Rauch“ sind.
Carmen & Charisma
Das Publikum im Saal jubelt, die Akteure auf der Bühne strahlen. So geht Oper! Verwundert reiben wir uns die Augen. Liegt die Premiere nicht schon zwei Wochen zurück? Fielen die Begeisterung und die Kritik nicht eher mäßig aus? Verriss für die Inszenierung und nur höflicher Applaus für die Beteiligten?
#singenmachtschön – Dshamilja Kaiser
Da steht sie also an der Kuchentheke im Café Faßbender und ihr wundervolles Haar leuchtet in dunkelroten Locken. Umwerfend schön – also nicht nur das Haar, sondern die ganze Frau! Und wenn ihre tolle Sprechstimme zur Begrüßung erklingt, dann hört es sich an, als träfen sich alte Freundinnen: so warm und herzlich! Dshamilja Kaiser hat sich mit mir zu Tee & Torte verabredet.
Carmen und Kastagnetten
Harfe, Flöte und Piccolo tönen zauberhaft, ja magisch, aus dem Orchestergraben. Dynamisch, mitreißend, Flair im Rhythmus- und Tonköcher und gleichermaßen olé rufend schnalzen und knallen die Kastagnetten, die fürwahr selten eine tragende Rolle in der Instrumentalisierung einer Oper spielen. Aber sie geben ihr „Schmackes“, wie man im Rheinland sagt, wo die Carmen in Bonn vor ausverkauftem Haus in vier Akten vom Lieben und Sterben der Protagonistin singt und spielt.