Aron Stiehl – ein Porträt des Opernregisseurs

Aron Stiehl empört sich. Seit knapp drei Wochen probt er jetzt in Bonn Die Fledermaus und erlebt hautnah mit, wie die Debatte über die Oper Bonn gerade wieder Fahrt aufnimmt. Statt Argumenten bringen die Gegner populistische Phrasen aufs Tapet, als ob sich Kultur gegen Sport, Schwimmen gegen Oper aufrechnen ließe. Für grotesk hält er die Diskussion, die sich den Werten einer freien, pluralen Gesellschaft rein fiskalisch nähert. Ein Theatermensch durch und durch, setzt er sein Schaffen dafür ein, dass alle Menschen auf der Bühne ein Stück ihrer eigenen Lebenswirklichkeit gespiegelt sehen. Gleichzeitig wünscht er sich einen Erkenntnisprozess, der durch exquisite Unterhaltung initiiert wird. Den aufklärerischen Wahlspruch der Dichter des 18. Jahrhunderts „nützen und erfreuen“ (nach dem „prodesse et delectare“ des Horaz) unterschreibt er ganz. 

EIN BRIEF und CHRISTUS AM ÖLBERGE – Trojahn meets Beethoven

Ein Buch und das Buch der Bücher, leere und herbstlaubbunte Blätter, ein Lesebändchen als Stütze und der verzweifelt einsame Held, der den inneren Monolog nach außen kehrt. Manfred Trojahn komponierte als Auftragswerk für die Oper Bonn die Musik zu Hugo von Hofmannsthals fiktivem Text „Ein Brief“. Bonn erlebte die Welturaufführung dieser zeitgenössischen Komposition im spannenden Dialog zu Ludwig van Beethovens Oratorium Christus am Ölberge, den die Tänzerin, Choreografin und Regisseurin Reinhild Hoffmann in Szene setzte. 

Die Götterolympiade – Was die Antike uns heute sagt

Gut zu wissen – Götter sind auch nur Menschen. GÖTTEROLYMPIADEDa steht der Chef selbst, Göttervater Zeus, gehörig unter Heras Pantoffel. Klar, wer hier das Sagen hat. Und die Kinder. Meine Güte, die Kinder! Weibergezicke, wer hübscher oder klüger ist. Jungsgehabe, wer tapferer ist oder heftiger Party macht. Und das verhätschelte Muttersöhnchen, ein Softie, für den Zeus einen ordentlichen Donnergroll in sanftes Wetterleuchten abmildert. Alles wie im richtigen Leben. Was hat nun das olympische Familienidyll mit uns Irdischen zu tun? Das singen, tanzen und spielen der Kinder- und Jugendchor des Theater Bonn ganz entzückend. Gute Laune garantiert!

Brundibár – vom Prager Ghetto und Theresienstadt in die Oper Bonn

Montagmorgen 11:00 Uhr am 28. Januar 2020. Rund um die doppelt U-förmig angelegte Garderobe der Oper Bonn tummeln sich 200 Schülerinnen und Schüler. Ihre Anoraks und 20200128_104029 stapeln sich auf den Ablagen, die Kinder quatschen munter durcheinander, albern, lachen und stellen sich vor den beiden Treppen auf. Eine Stunde später ist allen ausnahmslos das Lachen vergangen. Eine Stunde Kinderoper, die auch jeden Erwachsenen sprachlos zurücklässt. Ergriffen wischen Jüngere und Ältere die Tränen weg oder schlucken sie tapfer runter. Brundibár lässt niemanden unberührt. Hans Krása als Komponist und Adolf Hoffmeister als Librettist haben mit ihrer Oper, die zunächst in Prag, später im KZ Theresienstadt aufgeführt wurde, ein Kleinod der Erinnerungskultur geschaffen.

CHRISTUS AM ÖLBERGE und EIN BRIEF – zwei Stücke im Fokus der Opernmatinee

Was für ein Privileg, einen hoch angesehenen zeitgenössischen Komponisten mit einer Legende des Tanztheaters gemeinsam auf dem Podium zu erleben! Als nächstes Highlight im Rahmen von BTHVN2020 steht Ludwig van Beethovens Oratorium Christus am Ölberge auf dem Programm – durch die Choreografin und Regisseurin Reinhild Hoffmann dramaturgisch, szenisch und tänzerisch verschränkt mit der Uraufführung von Ein Brief, ein Auftragswerk, das der Komponist Manfred Trojahn für die Oper Bonn zum Beethovenjahr beisteuert.

MusiKi – Förderverein für den Kinder- und Jugendchor der Oper Bonn

Ganz in Gelb strahlt die Homepage des Bonner Vereins MusiKi. Darin stecken Lebensfreude und Engagement mit Herz. Beides kommt dem Kinder- und Jugendchor der Oper zugute, der bei seinen Auftritten auf der Opernbühne und in den eigenen Produktionen auf die Unterstützung des Fördervereins vertrauen kann. Klar, steckt ja im Namen und in der erklärten Absicht des Vereins: Musik für Kinder mit Kindern gestalten und in die breite Öffentlichkeit zu tragen, auch weit über die Oper hinaus.

Emma Sventelius – Portrait of a Mezzo-Soprano

Die deutsche Version finden Sie weiter unten.

What do Wolfgang Amadeus Mozart, one of the greatest composers of all times, Emma Sventelius, the new mezzo-soprano at the Bonn opera, and my insignificant self have in common? We all love music – at genius or professional level and me just in humble admiration. Moreover, the three of us share our birthday on 27 January, consequently under the sign of the Zodiac of Aquarius. If there is any truth at all in the qualities attributed to the Aquarians, I find myself sitting opposite a fine example of the species. Emma comes across as an extremely open-minded and friendly, outspoken, extrovert and very dedicated opera-singer referring to herself as a “stage monkey”.