Mozart In The Jungle

Die New Yorker Philharmoniker treten eine Konzertreise nach Südamerika an und landen auf dem abgelegenen Flughafen der Wasserfälle von Iguassú. Allerdings ohne Cello, Kontrabass und Konzertkleidung, die in großen Koffern am Flughafen von Sao Paolo blieben. Schubert, Villa-Lobos und Mozart stehen auf dem Programm – und nur mit acht Bläsern gerät Mozarts Serenade zu einem Spektakel. Stehende Ovationen inbegriffen.

Abend-Andacht

Innig an etwas denken, das Hier-und-Jetzt völlig abstreifen, meditieren … Eine Andacht als eine spirituelle Auszeit, ein Reflektieren und – im kirchlichen Sinne – ein Dankesgebet, eine imaginäre Reise nach innen. Das Ensemble paper kite hat mit seiner zweiten CD eine Abend-Andacht geschaffen, deren Musik und Texte einen Funken Hoffnung und das Denken an ein besseres Morgen verbinden. Genau das als Trauma- und Krisenbewältigung, was so viele Menschen jetzt wie Balsam für ihre Pandemie-müde Seele willkommen heißen.

Achill, der Beste der Griechen

Götter, Helden-Halbgötter, Könige, Krieger, schöne Frauen und große Gefühle – Komponisten und Librettisten der Oper seit ihren Anfängen griffen nahezu ausschließlich zu den mythologischen Gestalten der Antike. Als Fundgrube diente dafür neben den Metamorphosen des Ovid vor allem Homers Ilias, die heute in wortgetreuen Übersetzungen, kindgerechten Erzählungen und wortgewaltigen Nachdichtungen vorliegt.* Neu auf Deutsch gibt es nun den biografischen Roman Das Lied des Achill von Madeline Miller zu lesen. Nähern wir uns dem Edelsten aller Griechen durch die Augen der britischen Autorin. Was hat es mit seinem Lied auf sich?

Das Phantom der Oper – Die Opéra Garnier als Schauplatz des Schauerromans

Jeder kennt es, aber die wenigstens haben den Roman gelesen. Andrew Lloyd Webber hat ihm 1986 ein musikalisches Denkmal gesetzt und seit dem Musical Film von 2004 kennt die ganze Welt die Geschichte. Das Phantom geistert durch die prächtige Opéra Garnier in Paris, hat die Fantasie vieler Menschen beflügelt und deren Herzen berührt. Erfunden hat dieses Wesen der Schein- und Unterwelt Gaston Leroux, der 1910 mit seinen Roman Das Phantom der Oper den Boden für den sensationellen Erfolg des musikalischen Stücks bereitete.

Der Klavierstimmer Ihrer Majestät – eine fantastische Reise ins Burma der britischen Kolonialzeit

Edgar Drakes diszipliniertes Leben definiert sich so: Er erschafft eine Ordnung, mit der andere Schönheit gestalten. Er stimmt Klaviere. Mit seiner Frau Katherine führt er eine beschauliche, harmonische, kinderlose Ehe. Zufrieden mit sich und der Welt hat er Zutritt zu den Bürger- und Adelshäusern in London – er hält zu allem Distanz und zieht sich am Abend in seine Werkstatt zurück, die seine Frau den Elefantenfriedhof nennt – wegen des Elfenbeins. Wir schreiben das Jahr 1886 und das Kriegsministerium Ihrer Majestät Queen Victoria schickt The Piano Tuner auf eine abenteuerliche Reise ins nördliche Burma mit dem einzigen Ziel, dort einen Konzertflügel zu stimmen.

Zwischen Mundstück und Mikrofon

So, nun puste mal da rein – das klingt lapidar und begründete doch die bemerkenswerte Musikerkarriere des Hornisten Klaus Wallendorf. Unter dem Dirigat aller Großen dieser Zunft hat er gespielt – Herbert von Karajan, Nikolaus Harnoncourt, Carlos Kleiber, Claudio Abbado, Sir Simon Rattle – und nebenbei ein echtes Faible fürs Redenschreiben und Moderieren entwickelt. Ein Wortakrobat an der Trapezstange der Formulierlust! Im November 2020 erschien sein kurzweiliges Buch Zwischen Mundstück und Mikrofon, ein humoristischer Einblick in das Lernen und Leben eines Hornisten, der mit den renommierten Berliner Philharmonikern konzertierend die Welt bereiste.

Sibiriens vergessene Klaviere – eine Reise ans Ende der Welt

Als sie in London ihr russisches Visum beantragte, gab sie im Konsulat wahrheitsgemäß Auskunft über den Grund ihrer Reise: „Ich suche Klaviere in Sibirien.“ Man hielt sie für verrückt, aber es erfolgte dennoch der Eintrag im Pass. Und so begann die zweijährige Reise der britischen Journalistin und Reisereporterin Sophy Roberts in das Land hinter dem Ural. Sie erforschte diese terra incognita bis zum finis mundi – wie sie es selbst nennt. Ein Abenteuer, ein road movie in Worten, in dem sie das unbekannte Land von Sankt Petersburg bis zum Ende der Welt bereist – auf der Suche nach Sibiriens „lost pianos“.

Year of Wonder – ein musikalischer Begleiter durch das Jahr

Eine Schatzkiste, ein Tresor, ein Überraschungspaket – als all‘ das und noch mehr entpuppt sich der musikalische Almanach Year of Wonder. Die britische Musikjournalistin Clemency Burton-Hill spielt selber ausgezeichnet Geige und verfügt über ein sensationelles Talent, ihre eigene Begeisterung für klassische Musik zu vermitteln. Wie schafft sie es, dass der Funke so glühend überspringt?

Die Tote Stadt – ein musikalisches Psychogramm

Eine Stadt im Nebel, modrig vom brackigen Wasser der zahlreichen Kanäle – so dient das belgische Brügge als Metapher für das morbide Innenleben eines Mannes, an dem das Leben nach dem Tod der geliebten Ehefrau fast vorbeizieht. Erich Wolfgang Korngold entblättert in seiner Oper Die Tote Stadt schicht- und facettenweise Pauls Lamento, Last, Lust und Liebe. Am 4. Dezember 1920 wurde die Oper in Hamburg und Köln gleichzeitig uraufgeführt. Zum 100-jährigen Jubiläum setzte die Oper Köln auf den Tag genau das Stück auf den Spielplan.

Written on Skin – Oper Köln goes digital

Liebe, Sex, Macht, Eifersucht, Mord und ein Todessprung aus dem Fenster – Written on Skin bietet den wohlbekannten Stoff und die Leidenschaften einer dramatischen Oper, wie sie auch im 19. Jahrhundert hätte entstehen können. Aber rund um einen spannenden und stark verdichteten Plot gestalten der zeitgenössische Komponist George Benjamin und sein kongenialer Librettist Martin Crimp ein ungeheuer vielschichtiges Bühnenwerk. Genau zweieinhalb Jahre lang zog sich Benjamin in vollständige Klausur zurück, bevor Written on Skin 2012 beim Festival d’Aix-en-Provence seine Premiere feierte.