Die Sache Makropulos – die Diva im Blumenmeer

Unendlich langsam hebt sich der Vorhang. Gute fünf Minuten dauert es, bis sich der Blick auf die Bühne vollständig öffnet. Rechts oben in der Eingangshalle eines – in den 1920er Jahren modernen – Bürogebäudes prangt eine überdimensionale Uhr. Die Zeit entpuppt sich als taktgebendes Thema dieser Oper von  Leoš Janáček, uraufgeführt 1926 in Brünn im heutigen Tschechien.

Christopher Alden – ein Regisseur von Weltruf an der Oper Bonn

Central Park New York – hier geht Christopher Alden ausgiebig spazieren, wenn er Ideen für seine nächste Produktion entwickelt. Mitten in Manhattan, in Chelsea, gleich um die Ecke vom Empire State Building, wohnt er. Wenn er nicht gerade an Produktionen rund um den Globus arbeitet. Jetzt also in Bonn, wo er mit dem Ensemble und dem Beethoven Orchester Bonn Die Sache Makropulos von Leoš Janáček einstudiert.

Makropulos – ein Fall für die Opernbühne

Ein Krimi, ein juristischer Streit, ein Prozess um eine  Kostbarkeit – so lässt sich der Plot der Oper Die Sache Makropulos von Leoš Janáček auf die kleinste Formel bringen. Worum es im Detail geht? Das empfahl der Moderator der Matinee zur anstehenden Premiere des Stücks im Opernführer nachzulesen. Was er dem Publikum aber schon heute mitgab: den Namen des Komponisten auf der zweiten Silbe zu betonen. 

Marie Heeschen – Sopran an der Oper Bonn und vieles mehr

5Einfach machen, sich ausprobieren, etwas Neues gestalten, sich fröhlich auf unbekanntes Terrain vorwagen – all das gehört zu Marie Heeschen wie ihr wunderbarer lyrischer Sopran und ihre wuscheligen schwarzen Locken. So frisch, wie sie in allen Opern auf der Bühne spielt und singt, so herrlich locker fühlen sich die zwei Stunden privatissime mit ihr an. Die überaus vielseitige Sängerin punktet mit Humor und Natürlichkeit. Da entwickelt sich das Gespräch aufs Heiterste und Schönste wie von selbst.

Elektra – Allein! Weh, ganz allein.

„Edle Einfalt und stille Größe“ als moralisch-geistiges und künstlerisches Ideal stoßen Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal gewaltsam vom Sockel.  1909 – und die Uraufführung der Elektra läutet eine Zeitenwende ein. Das Griechenbild der klassischen Antike, von Winckelmann und Goethe geprägt und 150 Jahre lang Grundstein der humanistischen Bildung, verliert seine Unschuld. Der Inbegriff von Vollkommenheit – unwiederbringlich dahin! Am Vorabend des ersten Metzelkrieges bringt Strauss eine Oper auf die Bühne, die alle  musikalischen und dramatischen Register der Zeit sprengt. 

Aile Asszonyi, die Estin mit dem dramatischen Sopran

Worauf gründet sich der Nationalstolz der Esten? Auf das Singen! Das estnische Liederfest gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und just in diesem Jahr findet es wieder – wie alle fünf Jahre – in Tallinn statt. Nahezu selbstverständlich also, dass Aile Asszonyi, die am 10. März 2019 mit der Titelrolle in Richard Strauss‘ Elektra debütiert, ihre sängerische Karriere im Estnischen Philharmonischen Kammerchor der Hauptstadt begann.