Die Sizilianische Vesper – Verdis grand opéra im französischen Stil

Zwei ausgewiesene Experten auf dem Podium: Will Humburg und Uwe Schweikert gestalten im „Gelehrtendisput“ die Matinee zu Verdis eher selten aufgeführter Oper Die sizilianische Vesper, die zur mittleren Schaffensperiode gehört. Will Humburg_ Schweikert_5.2019_Matinee Vesper.jpgWill Humburg hat in Bonn in den letzten Spielzeiten frühe Verdis dirigiert – man sagt ihm nach, er kenne als einziger die Handynummer des großen Komponisten. Uwe Schweikert setzte mit seinem Standardwerk Verdi, dem „grünen Buch“, Maßstäbe in der Verdi-Forschung. Das Opernfoyer voll besetzt bis auf den letzten Platz – Verdi zieht immer.

Street Scene – die Lower East Side in New York

Der Schauplatz ein Mietshaus in Manhattan, genauer gesagt in der Lower East Side, dem traditionell ärmlichen Milieu der Immigranten in der Zeit unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Hier siedelt Kurt Weill seine „American Opera“ an, einen schmissigen Mix aus operalen Arien, aus Big Band Brass Sound, aus Jazz und Blues, aus Lindy-Hop und Jive, aus Filmmusik mit großem Bogen und Orchesterklängen, die drohendes Unheil mit Spannungsmusik ankündigen.

Callas – eine Lebenskurve in getanzten Bildern

Eine Legende gab sich die Ehre. Eine? Nein, gleich zwei Künstlerinnen fanden sich in der Oper Bonn ein: Reinhild Hoffmann, die 1983 am Theater Bochum das Leben dieser Primadonna Assoluta Maria Callas in gleichermaßen poetische wie wirkmächtige Bilder malte. Die einzigartige Stimme der „glitz and glam“-Sopranistin ertönte dazu aus dem Off vom Band. Wohl eher von der Langspielplatte, jedes Knistern und Knacken in den Saal verstärkt. Nichts „digitally remastered“, sondern wie die Choreografie – bis auf eine Kürzung um 15 Minuten – exakt so wie vor gut 35 Jahren.

Martin Tzonev – der Bonner Bass aus Bulgarien

Ein Publikumsliebling nimmt im schönsten Frühlingssonnenschein mir gegenüber Platz. Martin Tzonev – in der Spielzeit 2018/2019 am Theater Bonn als Bass so vielbeschäftigt, dass wir unser Gespräch immer mal wieder verschieben mussten. Unmittelbar vor der Probe für die letzte Premiere der Saison, Die Sizilianische Vesper, finden wir nun eine Lücke. Von der Donau an den Rhein: So könnte seine Kurzbiografie in wenigen Worten lauten.

Die Sache Makropulos – die Diva im Blumenmeer

Unendlich langsam hebt sich der Vorhang. Gute fünf Minuten dauert es, bis sich der Blick auf die Bühne vollständig öffnet. Rechts oben in der Eingangshalle eines – in den 1920er Jahren modernen – Bürogebäudes prangt eine überdimensionale Uhr. Die Zeit entpuppt sich als taktgebendes Thema dieser Oper von  Leoš Janáček, uraufgeführt 1926 in Brünn im heutigen Tschechien.

Christopher Alden – ein Regisseur von Weltruf an der Oper Bonn

Central Park New York – hier geht Christopher Alden ausgiebig spazieren, wenn er Ideen für seine nächste Produktion entwickelt. Mitten in Manhattan, in Chelsea, gleich um die Ecke vom Empire State Building, wohnt er. Wenn er nicht gerade an Produktionen rund um den Globus arbeitet. Jetzt also in Bonn, wo er mit dem Ensemble und dem Beethoven Orchester Bonn Die Sache Makropulos von Leoš Janáček einstudiert.

Makropulos – ein Fall für die Opernbühne

Ein Krimi, ein juristischer Streit, ein Prozess um eine  Kostbarkeit – so lässt sich der Plot der Oper Die Sache Makropulos von Leoš Janáček auf die kleinste Formel bringen. Worum es im Detail geht? Das empfahl der Moderator der Matinee zur anstehenden Premiere des Stücks im Opernführer nachzulesen. Was er dem Publikum aber schon heute mitgab: den Namen des Komponisten auf der zweiten Silbe zu betonen.