HAMLET in der Oper Köln

Sanfte Geigentöne wiegen ihn in den Tod, das Cello im Solo mit der Oboe dazu im Dialog. So stirbt d e r tragische Held der Weltliteratur in Brett Deans Hamlet. Bis zum Finale allerdings fesselt eine hochdramatische musikalische Version dieses Weltkulturerbes als Oper das Publikum im Kölner Staatenhaus. Inspiriert von einem Bilderzyklus seiner Frau Heather Betts zu Shakespeares komplexem Drama schuf der Komponist ein Werk, das seinen Platz im modernen Opernrepertoire erobern wird. Weil es in der kongenialen Kooperation mit dem Librettisten Matthew Jocelyn eine Kraft entwickelt, deren Sog das Publikum in das Stück förmlich hineinzieht.

Die Besten im Westen – Jugendchor des Theaters Bonn auf Erfolgskurs

A Night at the Opera –  1975 ein bahnbrechendes Album der Gruppe Queen. Leadsänger Freddie Mercury schrieb dafür den Song „Bohemian Rhapsody“ und rockte damit Stadionbühnen und Konzertsäle. Das Publikum liebte den Nummer-eins-Hit, vielleicht auch, weil manches darin so mysteriös daherkommt.  Figaro und Fandango, Galileo, Scaramouche und ein  Mord. Wie eine klassische Rhapsodie fällt das Stück in sechs Teile, stellt höchste Ansprüche an den oder die Sänger und mag auch als Bekenntnis eines wirklichen Bohemiens, eines Künstlers gelten. „Is  this the real life, is this just fantasy?“

CARMEN in Köln – ein Bilderrausch unter andalusischer Sonne

Die Musik unsterblich, die großen Hits immer ganz oben gelistet bei Wunschkonzerten, die alten Rollenklischees vom verführerischen Weib und mehr oder weniger testosterongesteuerten Kerlen? Von wegen! Die Oper Köln trumpft auf mit einem Feuerwerk an Regieeinfällen, die die andalusische Sommerhitze in spannungsgeladene Erotik packen. In Bizets Carmen steht la liberté im Mittelpunkt – und da scheint es nur folgerichtig, dass die Titelfigur sich am Ende selbst tötet. Niemand ist Herr über diese Freiheitsikone – weder der orgiastisch gefeierte Toreador noch der seltsam asexuelle Don José.

Cavalleria Rusticana und Pagliacci – eine Liebeserklärung an das Theater

Wir schreiben die Jahre 1890 und 1892. Italien sucht den Superstar. Also den Superkomponisten. Die wichtigste Regel für die Wettstreiter: Ein Einakter muss es sein. Und da treten aus der zweiten Reihe zwei Jungstars auf, die sich mit ihren volksnahen Geschichten von Liebe, Eifersucht, Rache, Tod und Teufel auf das Siegerpodest katapultieren. Pietro Mascagni und Ruggero Leoncavallo wurden mit ihren one-hit-wonders Cavalleria Rusticana und Pagliacci (Der Bajazzo) über Nacht berühmt. Die beiden Opern errangen – meist zusammen aufgeführt – Spitzenplätze auf der Bestenliste des Opernrepertoires.

Opernfestspiele & Klassikfestivals – ein Merian-Band der Spitzenklasse

Merian – allein der Name bürgt für Qualität. Trägt doch das renommierte Reisemagazin den Namen des Basler Kupferstechers Matthias Merian, der bereits im 17. Jahrhundert Städtereliefs in feinsten Details für die Zeitgenossen, Cover_300dpi_RGBaber vielleicht mehr noch für uns Nachgeborene gestochen hat.  Ein Reisemagazin für gehobene Ansprüche, das auf einzigartige Weise Region und Religion, Kultur und Kunst, Essen und Trinken, Geschichte und Gebräuche des jeweiligen Ziels beschreibt und bebildert. Seit über 70 Jahren – also seit bereits kurz nach dem zweiten Weltkrieg – zeichnen sich die Hefte durch journalistische Qualität, das heißt gründliche Recherche und sprachliche Finesse aus. Nun also eine Mottoreise zu 50 ausgewählten Zielen rund um den Globus – in einem prächtigen, fest gebundenen Buch. 


(Bildnachweis © Getty Images: Jan Hetfleisch, mit freundlicher Genehmigung des Gräfe         und Unzer Verlags)

Guy Montavon – Generalintendant am Theater Erfurt und Opernregisseur zwischen Bonn und Bilbao

Ein Gefühl wie beim speed-dating. DSC_0747Eine knappe Stunde ist Guy Montavon und mir vergönnt, um schnell seine aktuelle Arbeit am Theater Bonn, die Neuinszenierung von Cavalleria Rusticana und Pagliacci, zu beleuchten. Wie kostbar seine Zeit ist und wie glücklich ich mich schätzen kann, lässt sich am unablässigen Ping und den zahlreichen Jingles für eingehende Nachrichten und Mails ablesen. Ein Uhren-Mini-Computer am Handgelenk hält ihn ständig auf dem Laufenden. Zur Premiere von Don Pasquale im eigenen Haus am darauffolgenden Samstag reist er zwischen den Hauptproben hier in Bonn quer durch Deutschland. Das unstete Leben der Theaterleute! 

Cavalleria Rusticana und Pagliacci – wie siamesische Zwillinge der Opernliteratur

Was war so revolutionär an den beiden Opern von Pietro Mascagni und Ruggero Leoncavallo? Haben Sie wirklich eine gemeinsame DNA? Sind sie untrennbar miteinander verbunden oder gerade im Gegenteil „postnatal“ historisch zusammengefügt? Was macht bis heute die Faszination der beiden mit am meisten auf den Bühnen dieser Welt gespielten Opern aus? Wie gestaltet sich der Verismo in den Werken von zwei Preisträgern eines Komposionswettbewerbs?