Hermann Dechant und die Figuren im Rosenkavalier

Wer nicht dabei war, hat etwas verpasst. Ein echtes Wiener Urgestein gab sich wenige Tage nach der Premiere des Rosenkavalier von Hugo von Hofmannsthal und Richard Strauss die Ehre. 20191008_193004Bereits mit 15 Jahren half Hermann Dechant als Flötist bei den Wiener Philharmonikern aus, absolvierte eine große Karriere als Soloflötist bei den Bamberger Sinfonikern, studierte außer Musikwissenschaft auch Kunstgeschichte, wurde Professor für Dirigieren und Orchesterleitung, gründete einen eigenen Musikverlag und rief  – gemeinsam mit seiner Frau Margit Haider-Dechant – das Joseph-Woelfl-Haus in Bonn-Lessenich ins Leben. Mit den Gästen der Opernfreunde Bonn beleuchtete er den Rosenkavalier als einmaligen Fall  der Operngeschichte. Warum?

Also Rosenkavalier! Der Teufel hol ihn!

Eine Komödie für Musik – so nannten Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal ihre heitere Oper, die der bedeutungsschweren Elektra folgte. In der Rekordzeit von 16 Monaten schufen sie ein Meisterwerk, das die Kritik seinerzeit verriss und das Publikum bis heute liebt. „Ochs auf Lerchenau“ oder „Der Grobian in Liebesnot“ waren ebenfalls  Titel in der engeren Auswahl. Aber Strauss‘ Gattin Pauline favorisierte den „Rosenkavalier“ – und dieser Name trieb Blüten bis hin zum Rosenkavalier-Sonderzug von Berlin nach Dresden, wo die Oper 1911 uraufgeführt wurde.

Die Hochzeit des Figaro – Mozarts toller Tag als Narropera

Warum lieben so viele Menschen Hörbücher, Hörspiele, Autorenlesungen und neuerdings podcasts? Warum bedeutet es einen heiteren Genuss, wenn ein Erzähler uns an die Hand nimmt und in die Welt spannender Geschichten entführt? Die Antwort liegt nahe: Schlagartig macht sich in uns das Gefühl von Gutenachtgeschichte, von kuscheligen Vorlesestunden auf dem Sofa breit. Eine kleine Reise in unsere Kinderwelt, wo wir voller Vertrauen lauschen und uns mit den Helden auf eine abenteuerliche Irrfahrt begeben. Und nun also eine erzählte Oper, solistisch vorgetragen die Handlung, musikalisch interpretiert von Geige, Flügel und Sopran.

Infinito Nero – Ekstasen in einem Akt für Stimme und acht Instrumente

Zu sehen ist zunächst einmal – nichts. Das unendliche Schwarz. Mit knappster Ansage instruiert der Regisseur das Publikum: Legen Sie jetzt ihre Augenmaske an. In kollektiver Blindheit erleben die Premierengäste die konzertante Version von Infinito Nero bis fine dell’opera nach 28 Minuten. Salvatore Sciarrino fordert zum Hören mit der Lupe auf. Wenn keinerlei visuelle Stimuli die akustischen Signale begleiten, dann entfalten Töne, Klänge, Geräusche und vor allem die zahlreichen Leerstellen ein „unerhörtes“ Eigenleben.

Louise Kemény – Lyric Soprano in Bonn

Für die Version auf Deutsch bitte nach unten scrollen. 

20190923_192134-2How to overcome stage fright? Go out into the street and busk. Sing a traditional Irish tune like „Oh Danny Boy“ or Schubert’s „Ave Maria“. Passers-by will get as close to you as no stage performance would ever allow. Alone with your tin box for the coins you experience praise and approval up close as well as ignorance and disdain. This is almost the opening line in Louise’s first interview and her approach to life on stage. She experienced busking herself and you can tell she enjoyed it. I feel extremely privileged that Bonn’s highly praised lyric soprano grants me two hours of her precious time in the middle of rehearsing for her debut as Sophie in Richard Strauss‘ Der Rosenkavalier.

Der Rosenkavalier – wahre Zukunftsmusik

Wie leicht verfallen wir im Rheinland doch dem Wiener Charme. Und um wieviel mehr, wenn er mit einer auskömmlichen Portion Schmäh gewürzt ist! Auf die Bühne, zu Gehör gebracht und verkörpert von Christoph Wagner-Trenkwitz, dem Chefdramaturgen der Volksoper Wien. In Österreich ein gleichermaßen kenntnisreicher wie eloquenter Musikjournalist und Klassikmoderator, leitet er nun die Dramaturgie für die erste Opernpremiere der Spielzeit 2019/20, Der Rosenkavalier von Richard Strauss.

Sommerpause adé – willkommen neue Spielzeit!

Nachtblau und viel Komfort – neue Sessel in der Oper

Die gute Nachricht vorweg! Niemand wird das Quietschen und Knarren der alten braunen Sessel vermissen. Niemand sich zurücksehnen nach der Stange im Rücken und der wegrutschenden Lehne. Aber alle werden jubeln, wenn sie ab jetzt die herrlichen Aufführungen und die großartigen Konzerte in der Oper Bonn entspannt genießen. Das klingt euphorisch?