CARMEN in Köln – ein Bilderrausch unter andalusischer Sonne

Die Musik unsterblich, die großen Hits immer ganz oben gelistet bei Wunschkonzerten, die alten Rollenklischees vom verführerischen Weib und mehr oder weniger testosterongesteuerten Kerlen? Von wegen! Die Oper Köln trumpft auf mit einem Feuerwerk an Regieeinfällen, die die andalusische Sommerhitze in spannungsgeladene Erotik packen. In Bizets Carmen steht la liberté im Mittelpunkt – und da scheint es nur folgerichtig, dass die Titelfigur sich am Ende selbst tötet. Niemand ist Herr über diese Freiheitsikone – weder der orgiastisch gefeierte Toreador noch der seltsam asexuelle Don José.

Cavalleria Rusticana und Pagliacci – eine Liebeserklärung an das Theater

Wir schreiben die Jahre 1890 und 1892. Italien sucht den Superstar. Also den Superkomponisten. Die wichtigste Regel für die Wettstreiter: Ein Einakter muss es sein. Und da treten aus der zweiten Reihe zwei Jungstars auf, die sich mit ihren volksnahen Geschichten von Liebe, Eifersucht, Rache, Tod und Teufel auf das Siegerpodest katapultieren. Pietro Mascagni und Ruggero Leoncavallo wurden mit ihren one-hit-wonders Cavalleria Rusticana und Pagliacci (Der Bajazzo) über Nacht berühmt. Die beiden Opern errangen – meist zusammen aufgeführt – Spitzenplätze auf der Bestenliste des Opernrepertoires.

Opernfestspiele & Klassikfestivals – ein Merian-Band der Spitzenklasse

Merian – allein der Name bürgt für Qualität. Trägt doch das renommierte Reisemagazin den Namen des Basler Kupferstechers Matthias Merian, der bereits im 17. Jahrhundert Städtereliefs in feinsten Details für die Zeitgenossen, Cover_300dpi_RGBaber vielleicht mehr noch für uns Nachgeborene gestochen hat.  Ein Reisemagazin für gehobene Ansprüche, das auf einzigartige Weise Region und Religion, Kultur und Kunst, Essen und Trinken, Geschichte und Gebräuche des jeweiligen Ziels beschreibt und bebildert. Seit über 70 Jahren – also seit bereits kurz nach dem zweiten Weltkrieg – zeichnen sich die Hefte durch journalistische Qualität, das heißt gründliche Recherche und sprachliche Finesse aus. Nun also eine Mottoreise zu 50 ausgewählten Zielen rund um den Globus – in einem prächtigen, fest gebundenen Buch. 


(Bildnachweis © Getty Images: Jan Hetfleisch, mit freundlicher Genehmigung des Gräfe         und Unzer Verlags)

Guy Montavon – Generalintendant am Theater Erfurt und Opernregisseur zwischen Bonn und Bilbao

Ein Gefühl wie beim speed-dating. DSC_0747Eine knappe Stunde ist Guy Montavon und mir vergönnt, um schnell seine aktuelle Arbeit am Theater Bonn, die Neuinszenierung von Cavalleria Rusticana und Pagliacci, zu beleuchten. Wie kostbar seine Zeit ist und wie glücklich ich mich schätzen kann, lässt sich am unablässigen Ping und den zahlreichen Jingles für eingehende Nachrichten und Mails ablesen. Ein Uhren-Mini-Computer am Handgelenk hält ihn ständig auf dem Laufenden. Zur Premiere von Don Pasquale im eigenen Haus am darauffolgenden Samstag reist er zwischen den Hauptproben hier in Bonn quer durch Deutschland. Das unstete Leben der Theaterleute! 

Cavalleria Rusticana und Pagliacci – wie siamesische Zwillinge der Opernliteratur

Was war so revolutionär an den beiden Opern von Pietro Mascagni und Ruggero Leoncavallo? Haben Sie wirklich eine gemeinsame DNA? Sind sie untrennbar miteinander verbunden oder gerade im Gegenteil „postnatal“ historisch zusammengefügt? Was macht bis heute die Faszination der beiden mit am meisten auf den Bühnen dieser Welt gespielten Opern aus? Wie gestaltet sich der Verismo in den Werken von zwei Preisträgern eines Komposionswettbewerbs?

Hank Irwin Kittel – Bühnenbildner mit Liebe zur Oper

Nie sollst du mich befragen … Allen Opernfans klingeln sogleich das Leitmotiv und die Schicksalsfrage aus Wagners Lohengrin im Ohr. Folie2Ähnlich wie die verunsicherte Elsa und doch ganz anders frage ich meinen Gesprächspartner nach seinem Namen. Wie kommt ein Mann, Anfang der 60er Jahre in der Nähe von Heilbronn geboren und aufgewachsen, an einen niederländisch-englisch anmutenden Namen? Ganz einfach – in einer Laune seiner studentischen Künstlergruppe, die im „Brimborium“ tagte und feierte, erfand eine Kommilitonin diese doch leicht exotische Kombination. Flugs warf er den bürgerlichen Namen (Helmut? Günter? Hans-Peter?) über Bord und blieb für immer bei diesem neuen Nomen. Ob er auch Omen ist? Als „Herrscher des Hauses“, wie das Namenslexikon verrät?

Guy Montavon und Hank Irwin Kittel zu Gast bei den Opernfreunden Bonn

Der Mann hat ein Anliegen. Und er hat etwas zu sagen. Und bringt spontan seinen Ausstattungsleiter mit. Im Klavierhaus Klavins in Bonn-Beuel fanden sich rund 30 Gäste der Opernfreunde Bonn ein, um sich auf die Doppelpremiere von Cavalleria Rusticana und Pagliacci einzustimmen. Der Erfurter Generalintendant Guy Montavon ließ eine wichtige Probe zu seiner aktuellen Regiearbeit hier an der Oper Bonn sausen und stand dem Moderator Dr. Benedikt Holtbernd Rede und Antwort, an vielen Stellen unterstützt von Hank Irwin Kittel, der für die Bühne der beiden italienischen Verismo-Opern verantwortlich zeichnet. Welche Geheimnisse gaben sie zweieinhalb Wochen vor der Premiere preis?