Santiago Sánchez – Tenor y más

Lenski, Tamino und Alfredo Germont – diese Rollen hatte er für das auditioning, das Vorsingen in Bonn, einstudiert. Eugen Onegin, Die Zauberflöte und La traviata sollten auf dem Spielplan der Oper Bonn stehen. Sollten … und dann kam alles ganz anders, wie wir wissen. Die ersten drei Rollen, in denen das Publikum der Oper Bonn den lyrischen Tenor Santiago Sánchez hörte, spielten auf einer ganz anderen Klaviatur. Wie gestaltete sich für den jungen Sänger der Einstieg ins feste Ensemble mit so zahlreichen, der Pandemie geschuldeten Planänderungen?

Blogger’s Delight – Was der Bloggerin Herz erfreut

Wie das einsame Rufen in den Wald – so fühlt es sich manchmal an, einen Blog zu schreiben. Nach Vorbereitung, Künstler- und Werkstattgesprächen steigt die Spannung bis zur Premiere der Oper. Dann spielt sich auf der Bühne, im Graben, mit Licht und Bühnentechnik drei Stunden lebendiges Musiktheater ab. Applaus, manchmal Buh, Begeisterung, oft auch Jubel und dann … Seit fast zwei Jahren kaum eine Premierenfeier, dann also mit tausend Eindrücken, aber ohne Austausch, nach Hause.

Hänsel und Gretel – Volkslied und große Oper

Alle Jahre wieder … kommt im Weihnachtslied das Christuskind auf die Erde nieder, in den Opernhäusern allerdings die Familienoper Hänsel und Gretel von Engelbert Humperdinck auf die Bühne. Ein beliebtes Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm. Also ein Kinderspiel? Von wegen! An der Oper Köln nimmt Generalmusikdirektor François-Xavier Roth persönlich – nun nicht den Taktstock – einen Bleistift in die Hand und stimmt mit dem Gürzenich Orchester das Vorspiel an. So sanft, so zärtlich, wie die Hörner klingen, ist in den ersten Minuten klar: Das wird ein zauberhafter Opernabend.

Don Carlo – Kirche, Ketzer, Königshaus

Der Tod ist allgegenwärtig. Das lebensmüde Todesmotiv der Hörner eröffnet das Vorspiel. Und das in einer Oper, die 1867 als Prunkstück der französischen Kultur die Weltausstellung in Paris zieren sollte. Giuseppe Verdi übernahm den Auftrag für die Komposition und präsentierte die ursprüngliche Grand opéra Don Carlo mit fünf Akten und Ballett in Paris. Das Stück avancierte – nach anfänglich mäßiger Akzeptanz – trotz oder gerade wegen der zahlreichen Überarbeitungen zu einer der top Opern des Repertoires.

Die Vögel – Politparabel im Federkleid

Da tummeln sie sich auf verbrannter Erde … alle Vögel, alle. Ja, eine Vogelhochzeit gibt es auch zu feiern, aber fernab von Folklore. Und die Vogelschar so bunt gewürfelt an Arten wie ihr Gefieder in der Natur. Hier allerdings in mattem Grau, blassem Flieder und lehmigem Braun, obwohl Flamingos, Adler, Störche und Meisen mitspielen. Dabei auch der kluge Rabe und der faule Kuckuck. Seit der griechischen Antike tragen die charakterlichen Zuschreibungen der Tiere typisch menschliche Züge. Auch so in der Oper Die Vögel von Walter Braunfels, die vor 101 Jahren in München uraufgeführt und in Köln in jüngerer Zeit 1991 und 1999 gespielt wurde.

Don Carlo – die Matinee

Willkommen in der Verdi-Stadt Bonn – so verlieh Uwe Schweikert der Beethoven-Stadt einen neuen Titel. Warum? Nirgends sonst sind in letzten Jahren so zahlreiche Repertoire-Renner wie auch weniger bekannte (Früh-) Werke von Giuseppe Verdi aufgeführt worden wie hier am Rhein. Darunter I due Foscari, Jérusalem, Giovanna d’Arco, La traviata, Les vêpres siciliennes, Aida und Attila. Nun steht Don Carlo auf dem Programm, am 12. Dezember 2021 findet die Premiere statt.

LA CENERENTOLA – Prinz sucht Frau

Triumpf der Tugend – den feiern Musik, Gesang, Tanz und Spiel in Gioachino Rossinis La Cenerentola an der Oper Bonn. Das Volksmärchen Aschenputtel, seit der Antike weit verbreitet und in unzähligen Opern, Theaterstücken und Filmen bearbeitet, hat sich zum beliebten kulturellen Allgemeingut entwickelt. Zu schön ja auch die Geschichte von der missliebigen Tochter, die in Ruß und Asche die schmutzige Arbeit im Haus des Vaters und der beiden Schwestern verrichtet. Ihr gutes Herz, ein wenig Engels-Magie und ein, zwei Prisen Zauberstaub verschaffen ihr den Platz an der Seite des Prinzen. 1817 in Rom uraufgeführt, sprüht die Oper auch heute, mehr als 200 Jahre später, vor guter Laune und Lebenslust.

L’Amour de Loin – Die Liebe aus der Ferne

Ganz sachte klingt die Musik aus, ganz behutsam erlischt das Licht, ganz innig versunken lässt Clemence die Asche aus ihrem Schatzkästchen rinnen. Eine unmögliche Liebe vergeht. L’Amour de Loin endet mit leisem Abschied. Die Oper Köln zeigt zum ersten Mal dieses Werk der finnischen Komponistin Kaija Saariaho und dem libanesischen Librettisten Amin Maalouf, das 2000 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt wurde. Ein opulentes Bild- und Klangerlebnis, vom Kölner Premierenpublikum mit großem Beifall und Jubel bedacht.