Wagners Lohengrin – Glanz und Wonne

Der Lohengrin strahlt blau. Und nicht erst seit Bayreuth 2018; das wussten schon Friedrich Nietzsche und Thomas Mann. Wie viel von dieser Königsfarbe kam in Bonn zur Geltung? Wohltuend wenig, um mal mit Richard Wagner zu stabreimen. Was sich auf der Opernbühne im Theater Bonn darbot, überstieg die kühnsten Erwartungen. „Besser als Bayreuth“, „Besser als Stuttgart“, „Das Beste, was ich je auf der Bühne hier erlebt habe“ – so mehrten sich die Stimmen von wirklichen Opernkennern, die allesamt in höchstes Lob mündeten. 

Marco Medved – Maestro del Coro

Mailand klingt auf Italienisch schon wie Musik.  Milano, die vokalträchtige Hauptstadt der Lombardei und  Marco Medveds Heimat. Da assoziieren wir gleich La Scala und Giuseppe Verdi. Wer es ganz gut mit Bonn meinte, nannte in den 80er Jahren unser kleines Opernhaus gerne die Scala am Rhein. Zu den Zeiten der Bonner Republik gaben Weltstars sich auf dieser Bühne die Ehre. Daran erinnern sich gern auch einige Chorsänger, die diese goldenen Zeiten selber miterlebt haben.

Lohengrin – ein Operngigant wirft seine Schatten voraus

„Es gibt ein Glück!“  So Elsa voller Zuversicht in der zweiten Szene des zweiten Aktes in Richard Wagners Lohengrin, also exakt auf der Mittelachse der Oper. Das Publikum applaudierte gerührt und gleichermaßen begeistert, als Anna Princeva im Duett mit Dshamilja Kaiser als Ortrud die Schlüsselszene als Kostprobe darbot. Der Lohengrin feiert in zwei Wochen Premiere und Operndirektor Andreas K.W. Meyer hatte zur Matinee geladen. 

Hermes Helfricht, der neue erste Kapellmeister der Oper Bonn

Das Glück wohnt im Rheinland, titelt der General-Anzeiger am 12. Oktober 2018. Dies unterstreicht der neue erste Kapellmeister mit heftigem Kopfnicken. Glücklich schätzt er sich selbst, weil er hier in Bonn eine tolle Stelle, ein großartiges Orchester, wunderbare Menschen und ein nahezu mediterranes Flair in der schönen Stadt am Rhein angetroffen hat. Der Sommer ist so verliebt in uns wie wir in ihn: Er kann uns nicht lassen. Mitte Oktober sitzen wir im Straßencafé bei 26 Grad und nehmen uns zwei Stündchen zum Plaudern. 

Xerxes – barocke Oper im Märchenland

Alle lieben Romilda. Die süße Zuckerpuppe hat ihr Herz an Arsamene, den Bruder des Königs Xerxes, verloren. Der Herrscher allerdings begehrt die hübsche Tochter seines Feldherrn Ariodat nun ebenfalls, nachdem die Raketenplatane seine Liebe nicht erwidert. Das liefe ja auf ein Duell der Platzhirsche hinaus, wenn da nicht Atalanta, Romildas Schwester, auch in Arsamene das Objekt ihrer Begierde sähe. Um dem Beziehungskarussell noch mehr Fahrt zu geben, spielt auch Xerxes‘ Verlobte Amastre eine (eifersüchtige) Rolle.

Xerxes – una matinée divertente

Ombra mai fu … In den süßesten, zartesten Tönen besingt der despotische Kaiser Xerxes seine Liebe zu einer Platane.  Wie kann ein Militär, ein Diktator in Uniform, der seinem Bruder aus einer spontanen Laune heraus dessen große Liebe streitig macht, eine Platane so zu Herzen gehend musikalisch anbeten? Eine unterhaltsame und frisch-fröhliche Matinee in der Oper Bonn nahm diese und viele andere Fragen zwei Wochen vor der Premiere der Barockoper Xerxes von Georg Friedrich Händel unter die Lupe.

Herrengewandmeister an der Oper Bonn – Gerd Kreuzer im Porträt

Schwarzbefrackt sitzen die Damen und Herren im Orchestergraben. Einheitlich und sehr dunkel gekleidet nehmen sie sich in der Oper optisch so weit wie möglich zurück. Das Publikum soll die Musiker akustisch erleben, nicht optisch. Ganz anders die visuelle Ausdruckskraft der Sängerinnen und Sänger auf der Bühne: Neben ihren Sangeskünsten wirken auch ihr Schauspiel und vor allem die Kostüme. Für die Gewänder der Herren zeichnet in Bonn Gerd Kreuzer verantwortlich. Was genau umfasst dabei seine Aufgabe?