Makropulos – ein Fall für die Opernbühne

Ein Krimi, ein juristischer Streit, ein Prozess um eine  Kostbarkeit – so lässt sich der Plot der Oper Die Sache Makropulos von Leoš Janáček auf die kleinste Formel bringen. Worum es im Detail geht? Das empfahl der Moderator der Matinee zur anstehenden Premiere des Stücks im Opernführer nachzulesen. Was er dem Publikum aber schon heute mitgab: den Namen des Komponisten auf der zweiten Silbe zu betonen. 

Marie Heeschen – Sopran an der Oper Bonn und vieles mehr

5Einfach machen, sich ausprobieren, etwas Neues gestalten, sich fröhlich auf unbekanntes Terrain vorwagen – all das gehört zu Marie Heeschen wie ihr wunderbarer lyrischer Sopran und ihre wuscheligen schwarzen Locken. So frisch, wie sie in allen Opern auf der Bühne spielt und singt, so herrlich locker fühlen sich die zwei Stunden privatissime mit ihr an. Die überaus vielseitige Sängerin punktet mit Humor und Natürlichkeit. Da entwickelt sich das Gespräch aufs Heiterste und Schönste wie von selbst.

Elektra – Allein! Weh, ganz allein.

„Edle Einfalt und stille Größe“ als moralisch-geistiges und künstlerisches Ideal stoßen Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal gewaltsam vom Sockel.  1909 – und die Uraufführung der Elektra läutet eine Zeitenwende ein. Das Griechenbild der klassischen Antike, von Winckelmann und Goethe geprägt und 150 Jahre lang Grundstein der humanistischen Bildung, verliert seine Unschuld. Der Inbegriff von Vollkommenheit – unwiederbringlich dahin! Am Vorabend des ersten Metzelkrieges bringt Strauss eine Oper auf die Bühne, die alle  musikalischen und dramatischen Register der Zeit sprengt. 

Aile Asszonyi, die Estin mit dem dramatischen Sopran

Worauf gründet sich der Nationalstolz der Esten? Auf das Singen! Das estnische Liederfest gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und just in diesem Jahr findet es wieder – wie alle fünf Jahre – in Tallinn statt. Nahezu selbstverständlich also, dass Aile Asszonyi, die am 10. März 2019 mit der Titelrolle in Richard Strauss‘ Elektra debütiert, ihre sängerische Karriere im Estnischen Philharmonischen Kammerchor der Hauptstadt begann.

Elektra – eine Racheengel der Antike

Ein schrecklicher Ruf eilt der Königstochter aus der griechischen Mythologie voraus. Sophokles hat das Drama um die Familienmorde bereits 413 v. Chr. geschrieben; es gehört zum gymnasialen Lektürekanon genauso wie zu den Spielplänen zahlreicher Theater,  heute allerdings meist in der dramatischen Nachdichtung von Hugo von Hofmannsthal (1908).  Er schrieb auf dieser Grundlage das Libretto für die Oper Elektra von Dr. Richard Strauss, wie es im Textheft heißt, zuerst 1909 veröffentlicht bei Adolph Fürster in Berlin.