Der Countdown läuft. Nur noch ein paar Tage bis zum großen Jubiläum, auf das alle Akteure hinfiebern. Gerade in Bonn grassiert die Grippe so heftig, dass das Wort „Fieber“ wörtlich zu nehmen ist. So zwischen 120 und 150 Sängerinnen und Sänger finden sich auf der Bühne ein, auf der Ekaterina Telegina nicht nur den Chor, sondern auch das Beethoven Orchester Bonn dirigiert.
Stephan Zilias – der junge Dirigent und der vorchristliche Pharao
1. Kapellmeister an der Oper klingt ein wenig nach Frackschößen, Wiener Schmäh und Küss-die-Hand, nach silberhaarig und ehrerbietig. „Herr Kapellmeister, lass er die Geigen anspielen …“ Absolut anders die Wirklichkeit. Ganz jung, ganz Jeans & Pulli, sehr Bonn-affin und offen sitzt er mir gegenüber: Stephan Zilias, der in dieser Funktion seit August 2015 an der Oper Bonn die musikalische Gestaltung wunderbarer Aufführungen übernimmt.
Echnaton, der Sonnengott
An einem strahlend schönen, wahrhaft sonnigen Sonntag machen wir erste Bekanntschaft mit Echnaton, einer der großen Porträtopern von Philip Glass. Beamen wir uns also von minus 4 Grad Celsius am Rhein ins sengend heiße Ägypten und von dort zurück in die Banlieues, dem perspektivischen Schauplatz der Oper. Laura Scozzi inszeniert – und das garantiert überraschende Regieeinfälle. Aktuell, kritisch, innovativ.
La traviata in der Staatsoper Unter den Linden
Vom rechten Wege abgekommen und doch ein Leuchtturm in moralischer Größe und menschlicher Würde – so inszeniert der legendäre Dieter Dorn Verdis La Traviata an der Staatsoper in Berlin. Die aufsehenerregende Premiere war bereits im Dezember 2015 noch im Schillertheater am anderen Ende der Stadt zu hören und zu sehen. Damals mit Generalmusikdirektor Daniel Barenboim am Pult.
Die Hochzeit des Figaro – und Eros pfeift auf die Moral
Los geht es wie immer … mit der Ouvertüre. Sie hat nichts mit irgendeiner Nummer in der ganzen Oper zu tun. Ihr Alleinstellungsmerkmal? Auf jeden Fall sprüht sie vor musikalischer Lebensfreude, kommt tänzerisch und unbeschwert daher, erfreut sich großer Beliebtheit als kleine Zugabe, als Solostückchen grandioser Mozart’scher Kompositionskunst.
Die Theaterbrezel – ein Gastbeitrag
Das süffisante Meucheln einer allseits praktizierten Pausentradition. Wer hätte das gedacht? Die ZEIT und ihr Feuilleton, Treffpunkt der kulturaffinen Liebhaber von Literatur, Musik, Film, Kunst, Theater und Oper, widmen sich den Niederungen der Primärbedürfnisse. Leo Fischer an den Tasten, die diesmal kritische Töne erzeugen.
Der Figaro – so aktuell wie nie
Ein Gemeinplatz unter Theater- und Filmleuten: Gegen Kinder und Tiere kannst du nicht anspielen. Welch ein Irrtum, wie sich heute bei der Matinee zu „Die Hochzeit des Figaro“ zeigte. Pancho, der etwas hüftlahme, aber spürsichere Hund als Begleiter von Opernregisseur Aron Stiehl, ließ sich auf und über die Bühne tragen, entschwebte aber gleich nach dem Schlussapplaus zielsicher zum Buffet im Restaurant. Eine feine Hundenase eben.
Karneval einmal klassisch,Opus 16
Kultur auf der grünen Wiese? Oder gar auf dem grünen Hügel? Klassische Musik auf dem Land? Ja, machen wir einen Ausflug in eine wunderbare Landschaft! Nach Glyndebourne führt uns die Reise nicht, auch nicht in die Schleswig-Holstein Scheune oder nach Bayreuth. Fahren wir ins Bergische Land, genauer ins Kunsthaus Seelscheid, gerade mal 30 km von Bonn entfernt.
Mit Gianni Schicchi und dem Tappert ins Neue Jahr
Das Opernjahr in Bonn beginnt mit einer (semi-)konzertanten Aufführung von zwei Opern aus Puccinis Il Trittico. In diesem Triptychon hat er drei Einakter-Opern in hermetisch geschlossener Form komponiert. Gianni Schicchi und Il Tabarro (ohne die dritte im Bunde, Suor Angelica) eröffneten das Opernjahr 2018 in Bonn. Jacques Lacombe dirigierte das Beethoven Orchester.
Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist.
Klingt wie das Mantra der sich-selbst-therapierenden Grübelgesellschaft? Loslassen, um Neues anzupacken? Mitnichten! Es sind die ersten Zeilen des unsterblichen Evergreens aus Johann Strauss‘ (Sohn) Operette Die Fledermaus. Heute also ein Ausflug ins leichte Fach, in die Oper Köln ins Staatenhaus.