#singenmachtschön – Dshamilja Kaiser

Da steht sie also an der Kuchentheke im Café Faßbender und ihr wundervolles Haar leuchtet in dunkelroten Locken. Umwerfend schön – also nicht nur das Haar, sondern die ganze Frau! Und wenn ihre tolle Sprechstimme zur Begrüßung erklingt, dann hört es sich an, als träfen sich alte Freundinnen: so warm und herzlich! Dshamilja Kaiser hat sich mit mir zu Tee & Torte verabredet.

Carmen und Kastagnetten

Harfe, Flöte und Piccolo tönen zauberhaft, ja magisch, aus dem Orchestergraben. Dynamisch, mitreißend, Flair im Rhythmus- und Tonköcher und gleichermaßen olé rufend schnalzen und knallen die Kastagnetten, die fürwahr selten eine tragende Rolle in der Instrumentalisierung einer Oper spielen. Aber sie geben ihr „Schmackes“, wie man im Rheinland sagt, wo die Carmen in Bonn  vor ausverkauftem Haus in vier Akten vom Lieben und Sterben der Protagonistin singt und spielt. 

Oper von hinten

Ja, so gestaltet sich eine ganz neue Opernerfahrung. Sie haben es gesehen oder gelesen: Beim Bühnenbild, das Johannes Leiacker für Peter Konwitschnys Penthesilea entworfen hat, sitzen einige – und zwar nicht wenige Zuschauer – hinter dem Podium, der weißen Spielfläche, auf der sich das Drama entfaltet. Wie im Boxring, könnte man meinen, wenn die Kontrahenten von allen vier Seiten bestaunt und angestachelt werden. Ich bin davon überzeugt, dass dies exakt der dramaturgische (Hinter-) Gedanke war. 

Kennen Sie Liebestöter?

Peter-der-Große-Konwitschny inszeniert Penthesilea in Bonn

Heute in exakt zwei Wochen wissen wir mehr: Wie der legendäre Peter Konwitschny Penthesilea  von Othmar Schoeck auf die Bühne bringt. Die Oper macht sich rar im Repertoire. Was unterscheidet sie von den Kassenschlagern wie Carmen & Co mit ihren Arien-Hits, die viele wie Gassenhauer trällern, schmettern, singen, anstimmen, summen oder pfeifen?