Die Herrin der Meere, bei Tag und Nacht vom Löwen bewacht, durch Kraft und Mut aufgestiegen zu großem Ruhm und Ansehen, regiert von einem weisen Rat, zwingt Venedig sein Volk und die ganze Welt, es zu fürchten und zu lieben. Mit dieser Hymne an die Serenissima beginnt Verdis frühe Oper I due Foscari, uraufgeführt in Rom 1844.
Auf einen Kaffee mit Giorgos Kanaris
Auf einen Kavalierbariton hatte ich mich gefreut, dessen Mozartinterpretationen des Don Giovanni und des Grafen Almaviva lange nachhallen. Und wen treffe ich? Einen Bariton, der sich zunächst einmal als echter Kavalier entpuppt. Mit dem griechischen Charme eines Opernsängers, der einen Hauch von Romantik und Melancholie von seiner Herkunft mitbringt. Giorgos Kanaris kommt aus Athen, ist in Piräus geboren und aufgewachsen. Ach ja, der 1960er Schlager „Ein Schiff wird kommen …“. Da wartet ein Mädchen aus Piräus auf den einen und es geht wie in der Oper um Sehnsucht und Liebe.*
I due Foscari – ein Politkrimi in großzügig bemessener Tatortlänge
Gut 100 Minuten Spielzeit erwartet das Bonner Opernpublikum bei der hier erstmals aufzuführenden frühen Verdi-Oper I due Foscari. Will Humburg, seit 10 Jahren musikalischer Leiter von umjubelten Operninszenierungen am Theater Bonn, weiß mit dem Regisseur Philipp Kochheim einen Experten an seiner Seite , der mit Tosca bereits für Furore sorgte. Frech, witzig, überraschend und unkonventionell inszeniert er.
Gli Uccellatori oder Wie man Vögel mit der Angel fängt
Schräge Bühne, schräge Story, schräge Vögel … Die Vogelfänger (Gli Uccellatori) in Köln sind ein Augenschmaus und eine Ohrenweide. Oder umgekehrt? Egal – bevor ihr weiterlest, bucht sofort eure Karten für Samstag, den 7. April, wenn diese Opera buffa von Florian Leopold Gassmann zum letzten Mal aufgeführt wird. Ein Muss!
Stabat mater von Antonin Dvorak am Karfreitag 2018
Mehr als eine ganze Minute lang braucht es – perfekte Stille – erst dann löst sich langsam die Spannung. Die ersten Hände schlagen zum Applaus ineinander; zögerlich zunächst, dann begeistert stimmt das gesamte Publikum mit ein. Für dieses einzigartige Werk benötigen alle, Akteure wie Zuhörer, zunächst einen Moment des Ankommens.
Laura Scozzi zündet die Brisanz in Philip Glass‘ ECHNATON
Wer kennt sie nicht, die Anekdote vom quirligen Mozart und dem eher betulichen Kaiser in der Wiener Hofburg? Der Habsburger Joseph II soll Die Entführung aus dem Serail mit „Zu schön für unsere Ohren und gewaltig viel Noten, lieber Mozart“ kommentiert haben. Worauf der junge Kompositeur replizierte „Gerade so viel Noten, Eure Majestät, als nötig sind.“ * Da kann man wohlfeil die Frage stellen „Are you sure you composed sufficient chords, dear Phil Glass?“
Liebe, Geduld und Bühnenstaub – 25 Jahre Kinder- und Jugendchor Theater Bonn
Es war ein Fest! Fröhlich, farbig, frech und auch ein bisschen feierlich. Wir haben geschmunzelt, gelacht, gestaunt und mir – die ich ein bisschen rührselig bin – kamen bei zwei Nummern die Tränen. Einfach bravourös, was 140 Jungen und Mädchen zwischen 6 und 26 mit dem Beethoven Orchester Bonn auf die Bühne brachten.
Kinder- und Jugendchor der Oper Bonn feiert sein 25-jähriges Jubiläum
Der Countdown läuft. Nur noch ein paar Tage bis zum großen Jubiläum, auf das alle Akteure hinfiebern. Gerade in Bonn grassiert die Grippe so heftig, dass das Wort „Fieber“ wörtlich zu nehmen ist. So zwischen 120 und 150 Sängerinnen und Sänger finden sich auf der Bühne ein, auf der Ekaterina Telegina nicht nur den Chor, sondern auch das Beethoven Orchester Bonn dirigiert.
Stephan Zilias – der junge Dirigent und der vorchristliche Pharao
1. Kapellmeister an der Oper klingt ein wenig nach Frackschößen, Wiener Schmäh und Küss-die-Hand, nach silberhaarig und ehrerbietig. „Herr Kapellmeister, lass er die Geigen anspielen …“ Absolut anders die Wirklichkeit. Ganz jung, ganz Jeans & Pulli, sehr Bonn-affin und offen sitzt er mir gegenüber: Stephan Zilias, der in dieser Funktion seit August 2015 an der Oper Bonn die musikalische Gestaltung wunderbarer Aufführungen übernimmt.
Echnaton, der Sonnengott
An einem strahlend schönen, wahrhaft sonnigen Sonntag machen wir erste Bekanntschaft mit Echnaton, einer der großen Porträtopern von Philip Glass. Beamen wir uns also von minus 4 Grad Celsius am Rhein ins sengend heiße Ägypten und von dort zurück in die Banlieues, dem perspektivischen Schauplatz der Oper. Laura Scozzi inszeniert – und das garantiert überraschende Regieeinfälle. Aktuell, kritisch, innovativ.