Louise Kemény – Lyric Soprano in Bonn

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20190923_192134-2How to overcome stage fright? Go out into the street and busk. Sing a traditional Irish tune like „Oh Danny Boy“ or Schubert’s „Ave Maria“. Passers-by will get as close to you as no stage performance would ever allow. Alone with your tin box for the coins you experience praise and approval up close as well as ignorance and disdain. This is almost the opening line in Louise’s first interview and her approach to life on stage. She experienced busking herself and you can tell she enjoyed it. I feel extremely privileged that Bonn’s highly praised lyric soprano grants me two hours of her precious time in the middle of rehearsing for her debut as Sophie in Richard Strauss‘ Der Rosenkavalier.

Der Rosenkavalier – wahre Zukunftsmusik

Wie leicht verfallen wir im Rheinland doch dem Wiener Charme. Und um wieviel mehr, wenn er mit einer auskömmlichen Portion Schmäh gewürzt ist! Auf die Bühne, zu Gehör gebracht und verkörpert von Christoph Wagner-Trenkwitz, dem Chefdramaturgen der Volksoper Wien. In Österreich ein gleichermaßen kenntnisreicher wie eloquenter Musikjournalist und Klassikmoderator, leitet er nun die Dramaturgie für die erste Opernpremiere der Spielzeit 2019/20, Der Rosenkavalier von Richard Strauss.

Sommerpause adé – willkommen neue Spielzeit!

Nachtblau und viel Komfort – neue Sessel in der Oper

Die gute Nachricht vorweg! Niemand wird das Quietschen und Knarren der alten braunen Sessel vermissen. Niemand sich zurücksehnen nach der Stange im Rücken und der wegrutschenden Lehne. Aber alle werden jubeln, wenn sie ab jetzt die herrlichen Aufführungen und die großartigen Konzerte in der Oper Bonn entspannt genießen. Das klingt euphorisch?

Willkommen und Abschied – das Sommerkonzert der Opernfreunde im Universitätsclub Bonn

Ein kleines Jubiläum feierten die Opernfreunde und der Uniclub in Bonn: Zum 10. Mal hatten sie gemeinsam zum Sommerkonzert eingeladen. Und mehr als 200 Musikliebhaber fanden sich bei frühsommerlicher, rheinisch-schwüler Hitze im Wolfgang-Paul-Saal ein. Da waren die Damen im luftigen Sommer- oder sogar bühnentauglichen Abendkleid den Herren in Anzug und Krawatte gegenüber deutlich im Vorteil. Der Freude am Gesang und am Kunstgenuss tat das keinen Abbruch und bei Wasser, Wein, Kölsch und Saft gönnten sich Akteure und Publikum nach dem großen Schlussapplaus Erfrischendes. Sie ließen die Spielzeit Revue passieren. Aber vorher erklangen die Stimmen der Stars.

Beethoven und der Schweizer Kuhreigen

Freude, schöner Götterfunken … Nein! Statt des großartigen Orchesterwerks mit Gesang  erklang die sechste Sinfonie, Beethovens Pastorale, auf der Bühne der Oper Bonn. Der Titel verrät das Thema: Es geht hinaus in die Natur. Aber zaubert Beethoven mit Tönen die ländliche Idylle, malt er eine Hymne an die Landpartie einer adligen Gesellschaft? Wie immer, wenn GMD Dirk Kaftan außer dem Taktstock auch das Mikrofon griffbereit hat, darf das Publikum sich auf Hinweise zu neuem Hören freuen. Und diesmal auch auf ein anderes Sehen.

Die Sizilianische Vesper – Verdis grande opéra im französischen Stil

Zwei ausgewiesene Experten auf dem Podium: Will Humburg und Uwe Schweikert gestalten im „Gelehrtendisput“ die Matinee zu Verdis eher selten aufgeführter Oper Die sizilianische Vesper, die zur mittleren Schaffensperiode gehört. Will Humburg_ Schweikert_5.2019_Matinee Vesper.jpgWill Humburg hat in Bonn in den letzten Spielzeiten frühe Verdis dirigiert – man sagt ihm nach, er kenne als einziger die Handynummer des großen Komponisten. Uwe Schweikert setzte mit seinem Standardwerk Verdi, dem „grünen Buch“, Maßstäbe in der Verdi-Forschung. Das Opernfoyer voll besetzt bis auf den letzten Platz – Verdi zieht immer.

Street Scene – die Lower East Side in New York

Der Schauplatz ein Mietshaus in Manhattan, genauer gesagt in der Lower East Side, dem traditionell ärmlichen Milieu der Immigranten in der Zeit unmittelbar nach dem Ende des 2. Weltkriegs. Hier siedelt Kurt Weill seine „American Opera“ an, einen schmissigen Mix aus operalen Arien, aus Big Band Brass Sound, aus Jazz und Blues, aus Lindy-Hop und Jive, aus Filmmusik mit großem Bogen und Orchesterklängen, die drohendes Unheil mit Spannungsmusik ankündigen.

Callas – eine Lebenskurve in getanzten Bildern

Eine Legende gab sich die Ehre. Eine? Nein, gleich zwei Künstlerinnen fanden sich in der Oper Bonn ein: Reinhild Hoffmann, die 1983 am Theater Bochum das Leben dieser Primadonna Assoluta Maria Callas in gleichermaßen poetische wie wirkmächtige Bilder malte. Die einzigartige Stimme der „glitz and glam“-Sopranistin ertönte dazu aus dem Off vom Band. Wohl eher von der Langspielplatte, jedes Knistern und Knacken in den Saal verstärkt. Nichts „digitally remastered“, sondern wie die Choreografie – bis auf eine Kürzung um 15 Minuten – exakt so wie vor gut 35 Jahren.

Martin Tzonev – der Bonner Bass aus Bulgarien

Ein Publikumsliebling nimmt im schönsten Frühlingssonnenschein mir gegenüber Platz. Martin Tzonev – in der Spielzeit 2018/2019 am Theater Bonn als Bass so vielbeschäftigt, dass wir unser Gespräch immer mal wieder verschieben mussten. Unmittelbar vor der Probe für die letzte Premiere der Saison, Die Sizilianische Vesper, finden wir nun eine Lücke. Von der Donau an den Rhein: So könnte seine Kurzbiografie in wenigen Worten lauten.

Die Sache Makropulos – die Diva im Blumenmeer

Unendlich langsam hebt sich der Vorhang. Gute fünf Minuten dauert es, bis sich der Blick auf die Bühne vollständig öffnet. Rechts oben in der Eingangshalle eines – in den 1920er Jahren modernen – Bürogebäudes prangt eine überdimensionale Uhr. Die Zeit entpuppt sich als taktgebendes Thema dieser Oper von  Leoš Janáček, uraufgeführt 1926 in Brünn im heutigen Tschechien.