Große, überschäumende Gefühle, Liebe und Leidenschaft, Verrat und Rache, Tod und Teufel, Tragik und Komik, Musik, die Herz und Seele berührt und in Aufruhr bringt, Künstlerinnen und Künstler, die all ihr Können ausbreiten, Höhen und Tiefen im wahrsten Sinne des Wortes - all das bedeutet mir die Oper. Je mehr ich Einblicke und Eindrücke gewinne, umso mehr wächst meine Leidenschaft für diese Kunstform.
Seit Beginn der Spielzeit 2017/18 hat Bonn einen neuen GMD (Generalmusikdirektor) an Bord. Dirk Kaftan machte sich in der Oper mit der furiosen Musik von Penthesilea (Othmar Schoeck) vom Auftakt an – also im wahrsten Sinne des Wortes – einen Namen. Und ihr, liebe und hochverehrte Leserschaft (haben wir uns eigentlich schon mal über das…
Das Publikum im Saal jubelt, die Akteure auf der Bühne strahlen. So geht Oper! Verwundert reiben wir uns die Augen. Liegt die Premiere nicht schon zwei Wochen zurück? Fielen die Begeisterung und die Kritik nicht eher mäßig aus? Verriss für die Inszenierung und nur höflicher Applaus für die Beteiligten?
Da steht sie also an der Kuchentheke im Café Faßbender und ihr wundervolles Haar leuchtet in dunkelroten Locken. Umwerfend schön – also nicht nur das Haar, sondern die ganze Frau! Und wenn ihre tolle Sprechstimme zur Begrüßung erklingt, dann hört es sich an, als träfen sich alte Freundinnen: so warm und herzlich! Dshamilja Kaiser hat…
Harfe, Flöte und Piccolo tönen zauberhaft, ja magisch, aus dem Orchestergraben. Dynamisch, mitreißend, Flair im Rhythmus- und Tonköcher und gleichermaßen olé rufend schnalzen und knallen die Kastagnetten, die fürwahr selten eine tragende Rolle in der Instrumentalisierung einer Oper spielen. Aber sie geben ihr „Schmackes“, wie man im Rheinland sagt, wo die Carmen in Bonn vor…
Wie bitte? Der Komponist der (vom Sujet her) spanischsten aller Opern kannte das Setting, wie wir heute sagen, nicht aus eigener Anschauung? Alles ausgedacht und angelesen? So wie Karl May nie im wilden Kurdistan weilte und Jules Verne de facto nicht zum Mittelpunkt der Erde reiste?
Aus den Herzstücken von Bizets Carmen gab es heute Kostproben zur Matinée im Foyer der Oper Bonn. Don José versucht ein letztes Mal, seine Angebetete für sich (zurück) zu erobern und dazu ließ Felipe Rojas Velozo seinen strahlenden Tenor in der Blumenarie erklingen.
Ja, so gestaltet sich eine ganz neue Opernerfahrung. Sie haben es gesehen oder gelesen: Beim Bühnenbild, das Johannes Leiacker für Peter Konwitschnys Penthesilea entworfen hat, sitzen einige – und zwar nicht wenige Zuschauer – hinter dem Podium, der weißen Spielfläche, auf der sich das Drama entfaltet. Wie im Boxring, könnte man meinen, wenn die Kontrahenten von allen…