Große, überschäumende Gefühle, Liebe und Leidenschaft, Verrat und Rache, Tod und Teufel, Tragik und Komik, Musik, die Herz und Seele berührt und in Aufruhr bringt, Künstlerinnen und Künstler, die all ihr Können ausbreiten, Höhen und Tiefen im wahrsten Sinne des Wortes - all das bedeutet mir die Oper. Je mehr ich Einblicke und Eindrücke gewinne, umso mehr wächst meine Leidenschaft für diese Kunstform.
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I due Foscari – vom Ende einer Dynastie

Die Herrin der Meere, bei Tag und Nacht vom Löwen bewacht, durch Kraft und Mut aufgestiegen  zu großem Ruhm und Ansehen, regiert von einem weisen Rat, zwingt Venedig sein Volk und die ganze Welt, es zu fürchten und zu lieben. Mit dieser Hymne an die Serenissima beginnt Verdis frühe Oper I due Foscari, uraufgeführt in…

Auf einen Kaffee mit Giorgos Kanaris

Auf einen Kavalierbariton hatte ich mich gefreut, dessen Mozartinterpretationen des Don Giovanni und des Grafen Almaviva lange nachhallen. Und wen treffe ich? Einen Bariton, der sich zunächst einmal als echter Kavalier entpuppt. Mit dem griechischen Charme eines Opernsängers, der einen Hauch von Romantik und Melancholie von seiner Herkunft mitbringt. Giorgos Kanaris kommt aus Athen, ist…

I due Foscari – ein Politkrimi in großzügig bemessener Tatortlänge

Gut 100 Minuten Spielzeit erwartet das Bonner Opernpublikum bei der  hier erstmals aufzuführenden frühen Verdi-Oper I due Foscari. Will Humburg, seit  10 Jahren musikalischer Leiter von umjubelten Operninszenierungen am Theater Bonn, weiß mit dem Regisseur Philipp Kochheim einen Experten an seiner Seite , der mit Tosca bereits für Furore sorgte. Frech, witzig, überraschend und unkonventionell inszeniert er.

Gli Uccellatori oder Wie man Vögel mit der Angel fängt

Schräge Bühne, schräge Story, schräge Vögel … Die Vogelfänger  (Gli Uccellatori) in Köln sind ein Augenschmaus und eine Ohrenweide. Oder umgekehrt?  Egal – bevor ihr weiterlest, bucht sofort eure Karten für Samstag, den 7. April, wenn diese Opera buffa von Florian Leopold Gassmann zum letzten Mal aufgeführt wird.  Ein Muss!

Stabat mater von Antonin Dvorak am Karfreitag 2018

Mehr als eine ganze Minute lang braucht es – perfekte Stille –  erst dann löst sich langsam die Spannung.  Die ersten Hände schlagen zum Applaus ineinander; zögerlich zunächst, dann begeistert stimmt das gesamte Publikum mit ein. Für dieses einzigartige Werk benötigen alle, Akteure wie Zuhörer, zunächst einen Moment des Ankommens. 

Laura Scozzi zündet die Brisanz in Philip Glass‘ ECHNATON

Wer kennt sie nicht, die Anekdote vom quirligen Mozart und dem eher betulichen Kaiser in der Wiener Hofburg? Der Habsburger Joseph II soll Die Entführung aus dem Serail mit „Zu schön für unsere Ohren und gewaltig viel Noten, lieber Mozart“ kommentiert haben. Worauf der junge Kompositeur replizierte „Gerade so viel Noten, Eure Majestät, als nötig sind.“ *…

Stephan Zilias – der junge Dirigent und der vorchristliche Pharao

  1. Kapellmeister an der Oper klingt ein wenig nach Frackschößen, Wiener Schmäh und Küss-die-Hand, nach silberhaarig und ehrerbietig. „Herr Kapellmeister, lass er die Geigen anspielen …“ Absolut anders die Wirklichkeit. Ganz jung, ganz Jeans & Pulli, sehr Bonn-affin und offen sitzt er mir gegenüber: Stephan Zilias, der in dieser Funktion seit August 2015 an…

Echnaton, der Sonnengott

An einem strahlend schönen, wahrhaft sonnigen Sonntag machen wir erste Bekanntschaft mit Echnaton, einer der großen Porträtopern von Philip Glass. Beamen wir uns also von minus 4 Grad Celsius am Rhein ins sengend heiße Ägypten und von dort zurück in die Banlieues, dem perspektivischen Schauplatz der Oper. Laura Scozzi inszeniert – und das garantiert überraschende…