Große, überschäumende Gefühle, Liebe und Leidenschaft, Verrat und Rache, Tod und Teufel, Tragik und Komik, Musik, die Herz und Seele berührt und in Aufruhr bringt, Künstlerinnen und Künstler, die all ihr Können ausbreiten, Höhen und Tiefen im wahrsten Sinne des Wortes - all das bedeutet mir die Oper. Je mehr ich Einblicke und Eindrücke gewinne, umso mehr wächst meine Leidenschaft für diese Kunstform.
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MOSES UND ARON – Ein Opernereignis

Der Tanz um das Goldene Kalb findet im Künstleratelier statt. Es fehlen die vier nackten Jungfrauen, die 70 Greise und die Sexorgie in der zentralen Szene von Arnold Schönbergs Oper Moses und Aron, die jetzt in der Inszenierung von Lorenzo Fioroni am Theater Bonn Premiere feierte. Eine extrem vielschichtige Präsentation eines Werks, dessen Realisierung nur…

DIE LUSTIGE WITWE – Her mit den Milliarden!

Es ist was faul im Staate … Pontevedro. Die Finanzen sind erschöpft, es droht der Staatsbankrott. Ausgerechnet in Paris soll der pekuniäre Rettungsschirm aufgespannt werden. Hier, wo das Fin de Siècle alle Lustbarkeiten bereithält, wo Amüsement als Lebenselixier und Lebensmotto gilt. Die spannungsreichen Kontraste zwischen dem nur lasch als Pontevedro kaschierten, ländlich-folkloristischen Montenegro und der…

DER LIEBESTRANK als Strandparty auf der Kölner Opernbühne

Sex on the beach – Im Cocktailglas oder als (fast) vollzogener Akt auf der Opernbühne im Kölner Staatenhaus! Partydrogen aller Art: neben Alkohol auch fette Joints, LSD-Pillen oder mal eine Linie Koks. Das kunterbunte Partyvolk tummelt sich an einem spanischen Strand, um die Bar Adina herum. Viel nackte Haut, Yoga, Pilates und Aerobics zur Körperoptimierung…

Rigoletto – Bonn buht und jubelt

Zu Herzen geht sie, die Geschichte vom Vater, der für seine Tochter nur das Beste will und sie schließlich tot in den Armen hält. 1851 erbebt das Teatro La Fenice in Venedig, als zum ersten Mal die Oper Rigoletto von Giuseppe Verdi aufgeführt wird. Hochdramatische Musik, schaurige Schauplätze und der Blick auf eine dekadente höfische…

The Strangers – Eine Zeitreise

Aus der Dunkelheit Musik wie ein heftiger Schlag ins Gesicht: schrill, laut, dissonant beginnt die Ouvertüre zur Oper The Strangers des Amerikaners Frank Pesci. In der Mitte des schwarzen Raums ein abgetrenntes Rondell, das Platz für 16 Musiker eines Kammerorchesters bietet. Kein Graben, keine Bühne. Stattdessen gruppieren sich um die orchestrale Insel herum sechs Schauplätze,…

Die Frau ohne Schatten – ein seltener Genuss

Ein seliges Happy End in bombastischer Strauss-Musik! Wie im Vorjahr mit Les Troyens eröffnet die Oper Köln die neue Spielzeit mit einem Stück, das eigentlich als unspielbar gilt, Die Frau ohne Schatten von Richard Strauss. Reine Spielzeit knapp dreieinhalb Stunden, allerhöchste Ansprüche an Sängerinnen und Sänger, den Chor und das gesamte Orchester. Darüber hinaus eine…

DER SINGENDE TEUFEL – das Gespenst mit den weißen Zähnen

Für Spezialisten und das breite Publikum sei diese Oper geschaffen – so Franz Schreker im Disput mit seinem Verlagshaus Universal Edition, das sich strikt weigerte, die Partitur der Oper Der singende Teufel zu drucken. Die Uraufführung am 10. Dezember 1928 an der Staatsoper Berlin hatte die Kritik nämlich gründlich verrissen und so Schrekers vorletztem Bühnenwerk…

Giulio Cesare in Egitto – Exquisite barocke Sangeskunst an der Oper Köln

Die Heldenpartie des großen Imperators Julius Cäsar schrieb Georg Friedrich Händel dem seinerzeit berühmtesten Kastraten Senesino in die Kehle und auf die Stimmbänder. Bis ihn der divo assoluto Farinelli ablöste, galt der italienische Alto als Inbegriff des Schöngesangs, der auf Riesenerfolge in seinem Heimatland, in Deutschland und England blickte. Vor ziemlich genau 300 Jahren begann…

Die Spielzeit 2023/24 am Theater Bonn – Jetzt auch zum Hören

Kurz und kompakt präsentiert das Theater Bonn sämtliche Bühnenereignisse der kommenden Spielzeit auf 64 Seiten. Oper, Schauspiel, Tanztheater, Quatsch keine Oper und alle Abo-Angebote finden sich dort. Warum haben die Macher die Infos zum umfangreichen Programm und zu Abonnement und Service auf ein solch schmales Print-Format runtergedampft? Es gibt eine neue, digital zugängliche Informationsquelle zum…

DIE LUSTIGE WITWE – Ein frech-frivoles Vergnügen

Eine heimliche Hauptfigur verleiht der Salon-Süße dieses Stücks die ironische Leichtigkeit. Nicht die Titelfigur selbst, die pontevedrinische Millionenerbin Hanna Glawari, setzt den Ton, sondern der etwas einfältige, aber rechtschaffene Njegus, der aber in seinen Intermezzi mit Esprit glänzt. Vom Mittelscheitel über die Ärmelschoner prima vista ein subalterner Tölpel, der, froh um einen Reim, als Kanzlist…