Kirsten Schötteldreier – the Vocal Coach with a Smile in her Heart

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Smile from your heart – von ganzem Herzen lächeln! Wer außer mir unterschreibt dieses Motto einer faszinierenden Frau mit dem wohl außergewöhnlichsten Beruf in der Opernwelt? Kirsten Schötteldreier 20190506_134253arbeitet als Coach für Stimmtechnik, Energie und Bühnenperformance mit jungen Talenten ebenso intensiv wie mit Opernstars in Wien, Amsterdam, Berlin, Mailand oder … Bonn. Hier setzte sie zuletzt mit Aile Asszonyi entscheidende Weichen, damit deren Elektra zu einem grandiosen Erfolg geriet. Nachdem die estische Sopranistin so von Kirsten und ihrer einzigartigen Arbeit schwärmte, war klar: Ich muss sie kennenlernen und nach den Geheimnissen ihres Coachings befragen.

Bleiben wir einen Moment bei der Titelrolle in Richard Strauss‘ Oper Elektra. „Stell dir das so vor. Da kommt eine junge Sängerin mit einer gewaltig großen Stimme, mit einer überbordenden Energie und dem riesigen Ehrgeiz, für diese Partie, eine der schwierigsten im dramatischen Sopran, alles zu geben. In etlichen Einzelstunden unterstütze ich sie dann dabei, all‘ das zu bündeln und wie durch ein tonales Nadelöhr zu führen. Erst wenn der Klang ganz schlank und fokussiert am anderen Ende rauskommt, dann geht’s ans fine tuning für Ausdruck, Sprache und Phrasierung.“

Vorab jedoch gilt es, einen ganz individuellen state of mind als Basis zu finden. Also erst mal einen Schleier lüften mit allem, was eine Solistin oder ein Solist gerade aus seinem häuslichen Umfeld, dem richtigen Leben, mitbringt. Quasi die Gardine zur Seite schieben, das Fenster öffnen und atmen. Weg mit allem, was der Arbeit im Weg stehen könnte. Kirsten Schötteldreier verfügt über einen reichen Schatz an Sprachbildern, die Künstlern über die Sprachgrenzen hinweg zunächst mal zu mehr Lockerheit verhelfen. Ihr Schlüssel für ein körperliches Wohlbefinden, das Stimmarbeit überhaupt erst ermöglicht, liegt für sie im Qi Gong. Die Energie soll leicht fließen, die natürlichen Schwingungen, die der hohe Wasseranteil im menschlichen Körper in allen Zellen in Gang setzt, dienen als Grundlage für freies Atmen, Sprechen und Singen. 

Wie oft in Erfolgsbiografien nachzulesen begann Kirsten Schötteldreiers Affinität zu den körperlichen und meditativen Elementen des Qi Gong aus eigener Not. Sie suchte nach alternativen Heilmitteln bei einer bedrohlichen Krankheit, die auch ihre Stimme gefährdete, und entdeckte ihren Meister in Malaysia. Bei ihm lernte sie die wohltuenden Elemente dieser ursprünglich chinesischen Kampfkunst, die sie dann produktiv in ihr pädagogisches Repertoire übernahm. Vermutlich stammen daher auch manche ihrer Metaphern, die weg vom Kognitiven eher zum Emotionalen oder sogar Spirituellen führen. So ereifert sie sich bei dem Wort „Stütze“, das in Fachkreisen gern den Unterbau der Stimme bezeichnet. „Unsinn!“, sagt sie, „wenn das Qi stimmt, wenn der Körper durchlässig wird wie eine Weide im Wind, dann fließt alles – auch der Gesang – ganz natürlich.“

Wollte man Kirsten mit einigen wenigen Adjektiven beschreiben, nimmt „natürlich“ die pole position ein, dicht gefolgt von witzig (im besten Esprit-Sinne!), humorvoll (spontanes, hochansteckendes Lachen), resolut (die weiß, wovon sie spricht) und einfühlsam (zweifellos versetzt sie sich individuell in ihr Gegenüber hinein) sowie liebevoll (smile from your heart!) und quirlig-lebhaft.  Wo nimmt sie das alles her? 

Im westfälischen Münsterland, in Rheine, verbrachte sie Kindheit und Jugend und erkannte bald, dass das doch eher kleinkariert-spießige Umfeld ihrem Freiheitswillen einiges entgegensetzte. Dennoch – sie spricht wertschätzend und fast ein wenig wehmütig von den ersten musikalischen Gehversuchen in ihrer Heimatstadt. Bisschen Jazz und Pop gesungen, ohne jede Ausbildung. Dann entdeckte der Kantor der katholischen Kirche St. Dionysius, Klaus Böwering, ihr Talent. „Er ist für mich musikalisch und menschlich einer der inspirierendsten Menschen.“ Dessen Sohn erhielt bereits Gesangsunterricht. In diesen Genuss kam sie auch bald und sang mühelos Tonleitern nach – sehr zur Überraschung ihrer urwestfälischen Lehrerin. So hieß es fortan Samstagabends in der rauchigen Pinte jazzen und am nächsten Morgen in der Messe die Mezzo-Solopartien (Barockmusik, Bach-Passionen, Brahms, Reger) singen. „Die klassische Musik war eine Art Erweckung“, sagt Kirsten Schötteldreier, „plötzlich liefen mir die Tränen die Wangen herab und ich war von Gefühlen überwältigt, die ich so nicht kannte und die mir alle andere Musik nicht in dem Maße  gegeben hatte.“

So entstand der Wunsch, Opernsängerin zu werden. Vorher sollte aber ein Brotberuf her und sie studierte Spanisch und Englisch als Übersetzerin, während sie sich auf die Aufnahmeprüfung für das Konservatorium vorbereitete. Das erwies sich als kluger Schachzug , denn damit war sie später in der Lage, ihr Kunststudium zu finanzieren. Sie bestand die Aufnahmeprüfung mit Bravour und hatte die Wahl zwischen der Musikhochschule Köln, Milano oder der Folkwang Universität der Künste. Sie entschied sich für Essen-Werden, die Campus- Universität, an der sie sich für Operngesang und Regie einschrieb. „Ein tolles Studium in einem sehr anregenden Umfeld mit mehreren Disziplinen, einschließlich der Bildenden Künste … und Pina Bausch.“ Neben der hohen Kunst aber immer präsent der Broterwerb; Kirsten wurde eine gefragte Sprecherin und Sängerin für Werbespots. „Bonduelle ist das famose …“ sang sie so eindrücklich, dass die meisten von uns noch heute den zweiten Teil ergänzen und mitträllern können.

Aufregende Zeiten für die angehende OperndivaDSC_0309.JPG mit dem Studienplatz in Essen, einem Standbein in Köln und einem Freund in Bonn. Schließlich lernte sie ihren späteren niederländischen Ehemann kennen und vor 25 Jahren kam ihr erster Sohn zur Welt – vor dem Abschluss. Umzug nach Amsterdam und mit äußerster Disziplin und großem finanziellen Aufwand die Ausbildung abgeschlossen. Eine große Stimme war nun bereit, die Opern- und Konzertbühnen zu erobern mit Rollen als Zwischenfach in Don Giovanni, Madame Butterfly, Il Tabarro, Walküre, Elektra. Sie war Stipendiatin bei Galina Vishnevskaya und hat mit Brigitte Fassbender zusammengearbeitet.

In Amsterdam probierte sie sich als junge Künstlerin auch mit Regie- und Communityprojekten aus. Ihr Ziel dabei: ein niedrigschwelliger Einstieg in Oper und klassischen Gesang für Menschen, die gesellschaftlich nicht zum arrivierten Konzert- und Opernpublikum zählen. Dazu gehörte – für Kirsten ein Muss – auch das gemeinsame Singen.

Gleichzeitig spürte sie tief drinnen immer deutlicher den Wunsch, andere auf dem Weg zu Spitzenperformanz auf der Bühne zu verhelfen. Aus ihrer jahrzehntelangen Erfahrung im Unterrichten wurde in den letzten sechs Jahren eine internationale Karriere. Sie arbeitet im Wesentlichen als voice & performance coach sowie als energy trainer. Dabei begleitet sie inhouse Opernproduktionen an sehr renommierten Häusern, coacht Nachwuchstalente in Opernstudios, führt Meisterklassen durch und erteilt vor Ort oder bei sich zu Hause in Amsterdam Einzelunterricht. Die Liste der Häuser, an denen sie Produktionen begleitet hat, klingt beeindruckend. Sie reicht von Bayreuth zu den Staatsopern in Wien und Berlin, vom Nationaltheater Mannheim zu La Fenice in Venedig, vom Teatro Real in Madrid zur Nederlandse Reisopera, von der Opéra de la Bastille zur Royal Danish Opera … 

Wenn sie erzählt, vermittelt sie vor allem eins: mit einem Riesenrepertoire an einzigartigen Techniken nimmt sie die Künstler behutsam an die Hand. Oft begleitet sie Produktionen – vom Haus bestellt – in der entscheidenden Phase der Probenarbeit. „Da brauchst du bei Wagner-Opern natürlich echt ein gutes Durchhaltevermögen, um jeweils länger als vier Stunden ganz präsent zu sein.“ Blind und im Dunkeln beschreibt sie da unzählige Zettel mit allem, was ihr auffällt und wo noch Feinschliff fehlt. Und dabei bremst sie auch mit Löwenmuttermut schon mal einen ganz großen Dirigenten wie Zubin Mehta  ein. So bat sie den Maestro, doch das Tempo ein bisschen zu reduzieren. Denn die Solisten benötigen Zeit zum Formen, um dem für jede Oper so wichtige Text Ausdruck zu verleihen. Keine Scheu vor den großen Namen, sondern verbindlich vorneweg für eine bestmögliche Aufführung – das prägt ihren Arbeitsstil. 

Viele Künstler – Solisten, Musiker, Dirigenten und auch Regisseure – haben heute bedauerlicherweise nur wenig Zeit, um sich emotional und intellektuell mit dem jeweiligen Stück auseinanderzusetzen. Kirsten stellt häufig fest, dass die Partitur unter dem Arm die einzige Grundlage bildet – und das verhindert natürlich, dass eine Partie authentisch „rüberkommt“. Coaching beginnt deshalb oft mit Lesen und Sprechen – für viele Sängerinnen und Sänger, die nicht ihre Muttersprache singen – eine unglaubliche Herausforderung. Also sinnentnehmendes Lesen, wie es in der Grundschule heißt. „Lange vor dem Singen kommt das Sprechen“, stellt Kirsten fest. Gelingt das erst mal im natürlichen Fluss, „dann sitzt die Sprache auf dem Zwerchfell.“ Und da gehört sie auch hin. Erst dann beginnt die Umsetzung in Phrasen, fängt die Arbeit an der eigentlichen, von der Musik getragenen Artikulation an. 

Kirsten selbst hat jede Tessitura, jede Klangfarbe drauf, der Umfang ihrer Stimme scheint grenzenlos.  Ohne zu zögern gibt sie im Restaurant eine Kostprobe für eine Mezzostrophe, einen Tenorausschnitt und einen Bass. Sie konterkariert den Sängerwitz Don’t make me use my opera voice. Sehr, sehr eindrucksvoll. Das schafft natürlich eine fruchtbare Basis für die Coachees, die sich ihr anvertrauen. Denen kommt sie durchaus nahe – in jeder Beziehung. Sie weiß um die Lebensumstände und hat Tricks auf Lager, wie sie die Sängerinnen und Sänger für zwei, drei Stunden konsequent ins Hier und Jetzt holt. Mit speziellen körperlichen Griffen überträgt sie ihre positive Energie auf die anderen. „Alles Wabbelige reduzieren wir so und ersetzen es durch Schwingungen, die die feinen Muskelränder frisch und elastisch machen. Das kommt im ganzen Körper an, nicht nur in den Stimmbändern.“ Kirsten probiert das gleich an mir aus – und tatsächlich, ihre Energie überträgt sich direkt. Großartig!

Kirsten Schötteldreier überzeugt mit ihrer Kraft und ihrer Expertise – sie kennt die Opernwelt mittlerweile tatsächlich aus allen Blickwinkeln und mit allen Facetten. Aber dann purzelt noch ein historisch-kritischer Spielball auf ihr künstlerisches Aktionsfeld. Die Großmutter stammte aus dem Sudetenland und gehörte zu den massenhaft vergewaltigten Frauen, die nach dem Ende des zweiten Weltkriegs der Übermacht der Sieger ausgeliefert waren. Eine Reise ins heutige Tschechien öffnete ihr die Augen für diesen unbewältigten Teil ihrer Biografie. Unter dem Titel Heimweh-Fernweh hat sie bereits ein Stück zu dem Thema geschrieben, es sollen weitere folgen. 

Ein Multitalent, eine Trainerin mit ganzheitlicher Philosophie, eine Frau, mit der ich spontan ein Ministerium für Empathie gründen würde (und sie mit mir gleich eine politische Partei hinterher), Mutter von zwei erwachsenen Söhnen, die auf ein gleichermaßen ambitioniertes wie abwechslungsreiches Berufsfeld blickt. Im biederen Westfalen aufgewachsen, im hippen Amsterdam seit knapp 30 Jahren zu Hause. Sie träumt davon, für den nächsten Lebensabschnitt in ein Haus in einem wärmeren Land zu ziehen, mit eigenem Studio, mit Platz für ihre Projektarbeit. Im Sommer macht sie mit ihrem Mann einen ganzen Monat lang Urlaub im Süden – vielleicht begegnet ihr da schon ihr Traumhaus. 

In der Zwischenzeit arbeitet sie – begehrt wie nie zuvor – an zahlreichen Produktionen, nach wie vor fasziniert vom Theater. „Wenn der Dirigent eins wird mit den Musikern im Orchester, wenn die Sängerinnen und Sänger auf der Bühne mit ihnen in einen guten Flow kommen, dann pendelt sich beim gesamten Publikum der Atem auf dieselbe Frequenz ein. Das ist der Augenblick, in dem du die berühmte Stecknadel fallen hörst.“ Diese Momente erlebt sie mittlerweile weniger oft als in den Anfangsjahren, aber dennoch bleibt ihr Wunsch: „Wenn alle und jeder auch nur einen Moment als berührend empfinden und daraus ein ganz klein wenig verändert aus dem Opernabend nach Hause gehen, dann haben sich der große Aufwand, die Mühe und die Arbeit gelohnt.“

English Version

Smile from your heart – that is Kirsten Schötteldreier’s motto. I’d20190506_134253 second that, especially after talking with that fascinating lady at length  about an exceptional job in the world of opera. Kirsten works as a coach for voice, energy, and performance, developing young professionals’ expertise as well as boosting famous opera stars’ proficiency. Her coachees’ stages are set in Vienna, Amsterdam, Berlin, Milan and … Bonn.

It was in Germany’s former capital that she enhanced Aile Asszony’s rare talent to perform as an internationally highly acclaimed Elektra. Aile was so full of praise for her coach and her unique teaching techniques that I had to get to know her and find out about the secrets of her success.

Let’s have a look back on Richard Strauss’ Elektra with one of the most challenging title roles for a dramatic soprano. “Just imagine a young singer endowed with an enormous voice, full of energy and ambition and ready “to work her butt off” for that tremendously difficult part. Numerous individual coaching sessions are required to support her to bundle up her skills and lead her through a tonal eye of a needle. Once the sound has achieved that lean and focussed subtlety we tackle and fine tune expression, speech, and phrasing.”

Nothing works without the proper and individual state of mind, though, as the base of successful coaching. “Lifting the veil” means letting go of all the harassments and trouble soloists bring along from their real life. Pushing the curtain aside, open the window and let them breathe fresh air. Away with any obstructions to effective work. As you may notice – Kirsten has a treasure box of images at her command that enable her coachees to relax, regardless of language barriers. She considers Qi Gong as the key to physical wellbeing and vocal coaching. Energy is meant to flow naturally, the high percentage of sheer liquid in human bodies and every individual cell initiate oscillations as the foundation of free breathing, speaking, and singing.

What made her use elements of originally martial arts techniques in vocal coaching? As is often the case Kirsten developed her affinity to the physical and meditative healing aspects of Qi Gong when illness hit her personally. Looking for alternative healing methods for a disease that threatened her life and voice alike she met her master in Malaysia. It was with him that she acquired the psychological and medical techniques that underlie her very productive pedagogical approach. It may be assumed that some of her metaphors far from the cognitive and much more emotionally or spiritually related have their origin in the far East. She tends to get really agitated when so-called experts talk about the “support of the voice.” – “Nonsense!”, she claims. „As soon as the Qi runs smoothly, like a willow in the wind, everything flows absolutely naturally – and singing does, too.”

If you wanted to hang a name on her, the top label would be natural, closely followed by whitty (as in full of esprit), humorous (with a catching laugh), empathetic (totally able to put herself in another person’s situation) and resolute (certainly knowing her trade) as well as affectionate (smile from your heart) and lively. Where does she take that from?

She spent her childhood and youth in Rheine, a small town in Westphalia. Soon enough she realised that her longing for freedom was opposed by the small-minded limits of her hometown. And yet – she appreciates her upbringing and background and talks of her first musical steps almost nostalgically. She sang Jazz and pop music with no musical education at all. Her talent sprang to the attention of the catholic choirmaster, Klaus Böwering. “As far as music and humanity are concerned he has been of the most inspiring people in my life.” While his son was privileged enough to receive singing lessons she was soon allowed to join him. She sang scales without any effort at all which surprised her somewhat conversative arch-Westphalian teacher. Her career then followed jazzing and jamming in smokey pubs at night and singing mezzo-solos at mass (Barockmusik, Back-Passionen, Brahms, Reger) in the morning. “Classical music meant a sort of awakening to me. All of a sudden tears were running down my cheeks and I was overwhelmed with emotions I had never known before and that no other music had been able to evoke in me up to that time.

Hence she decided to train as a professional opera singer. In order to be able to earn her bread and butter she majored as a translator for Spanish and English while she was preparing for the entry exam at the music academy. A clever plan it turned out to be! In the future she would be able to support herself while studying music. She passed the entry exams with flying colours and had the choice between Cologne, Milan and Essen, Folkwang University of Arts. She decided to enrol at the campus university at Folkwang majoring in singing and directing. “It was a wonderful course in a most inspiring setting. So many classes, including fine arts … and Pina Bausch (one of the world’s most famous and most revolutionary dancers and choreographers).” But arts were not everything; Kirsten became a much demanded singer and speaker of commercials. That guaranteed her a livelihood. And many of her and my age remember her slogan for canned peas only too well.

She managed exciting times for an up-and-coming opera diva studying in Essen, parts of her family in Cologne and a boyfriend in Bonn. Finally, she met her Dutch husband and her first son was born 25 years ago – right before her final exams. She moved to Amsterdam – where she still lives – and managed to achieve her degree. Difficult times, both financially and personally. DSC_0309.JPG Now her big voice was ready to conquer the stages of opera houses and concert halls alike. Her portfolio at the time comprised roles in Don Giovanni, Madame Butterfly, Il Tabarro, Walküre, Elektra. She held a scholarship with Galina Vishneyskaya und worked with Brigitte Fassbaender.

As a young artist in Amsterdam she also set out to accomplish some directing and community projects. She was and has been aiming at enabling people from all sorts of background, rich and poor alike, to attend and enjoy opera and classical music. Her core passion here – singing together as an undebated must.

More and more she had an inner impulse to support others on their way to successful performances on the stage. Within the last six years she turned her teaching experience of decades into an international career: voice & performance coach and energy trainer. She supports opera productions inhouse at highly acclaimed opera houses, coaches young talents during their time at opera studios, teaches master classes and offers individual sessions at home in Amsterdam. Her list of engagements sounds massively impressive. From Bayreuth to Staatsoper Berlin und Wien, Nationaltheater Mannheim, La Fenice in Venice, Teatro Real Madrid and Nederlandse Reisopera, Opéra de la Bastille in Paris and the Royal Danish Opera in Copenhagen.

While listening to her you realise that she takes the singers gently by the hand and supports them with her huge repertoire of unique techniques. More often than not she is called to an opera house to go through the significant stages of the rehearsals with the cast. “It takes some stamina to go through Wagner operas for more than four hours each day one week in a row.” She finds herself in the dark scribbling on small sheets of paper, almost blindfold, but extremely alert, taking notes of all the major and minor points for fine tuning and improvement. Every now and again she displays the courage of a lioness with cubs and sets the big maestros straight. At one point she asked conductor Zubin Mehta to reduce the tempo just to permit the singers to form their lines properly in order to convey the libretto with the verbal expression so vital for operas. Respect yes, but no fear to fight for the best performance possible.

Kirsten regrets that tight schedules put the artists – soloists, musicians, conductors and directors alike – under so much pressure. “They rarely find the time to approach the opera emotionally and intellectually.” She notices that quite often the singers show up with the scores under their arm as their only base. “Of course it is impossible to render a role authentically under these circumstances.” Consequently, her coaching sets off with reading and speaking which bears a great challenge for singers who study roles in a language other than their mother tongue. “Speaking precedes singing”, Kirsten states. Once the soloist has achieved that understanding, his or her voice is firmly placed on the diaphragm. “And that’s where it belongs!”  Once that goal has been reached, phrasing and articulation are developed and perfected.”

As a trained opera singer herself, Kirsten has an excellent command of each tessitura, the volume of her voice seems vast. Without hesitating she spoils me with an amuse-gueles of a mezzo stanza, a tenor verse and a bass line. Who said “Don’t make me use my opera voice” in a restaurant? Her performance is most impressive and most certainly serves a reliable and trustworthy base for her coachees. She tends to get really close to them, literally and figuratively. She knows about their personal backgrounds and has a whole kit of tricks at her fingertips of how to pull them into the present here and now. Kirsten transfers her own physical energy to her students by applying certain grips and handlings. “That’s my way to eliminate everything flabby and replace the wobbly structures with vibrations that render the fine rims of the muscle texture fresh and supple. A wonderful exercise that does not only elasticate the vocal chords but the whole body.” Kirsten gives me a trial treatment … and it works instantly. Fantastic!

Kirsten totally convinces me  with her power and her expertise – she belongs to the few people who know the opera world it all its facets, from all perspectives. And yet, while we are approaching the end of our long and proper girls’ talk, a ball lands in her artistic court, with a definite historical and critical spin. Her grandmother was born and raised in the Sudetenland (Czech Republic) and belonged to the numerous women who were raped by the Russians at the end of WWII. When she visited the places of her ancestors she became so aware of that unresolved part of her biography. She wrote a drama on that topic – nostalgia for the past and the far-away. Another one is in the pipeline.

Who did I meet? A multi-talented lady, fed by a holistic philosophical approach to life, with whom I would found a Ministry of Empathy on the spot (in reciprocation she asked me to chair a political party with shared values), a mother of two grown-up sons, highly ambitiously busy in a professional field of many challenges. Born and raised in conservative Westphalia, at home in hip Amsterdam for 30 years now. What does she dream of? To buy a house in a warm and sunny region with a studio of her own, with plenty of space for her project work. Over the summer she will be travelling in the South of Europe. Who knows – maybe her future home is waiting to be discovered.

Meanwhile she accomplishes an overload of work, being more in demand than ever. And still the fascination of theatre proceedings makes her happy. “When the conductor becomes one with the musicians, when the soloists unite with them in a musical flow, the whole audience shares the same breathing frequency. That moment, when you hear the famous needle drop …” Kirsten enjoys these rare moments less often than in earlier years but still her wish remains. “If music and opera achieve to touch people for just one moment and if they leave the house just slightly altered – then all the effort we put into it has paid off well.”

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